Kombi-Effekt erklärt hohe Verluste bei Bienen

Zwei Stressfaktoren setzen Bienen besonders zu. Berner Forscher konnten das nun belegen.

Honigbienen sind bedroht durch Insektizide und die Varroa-Milbe. Bild: Sabina Bobst

Honigbienen sind bedroht durch Insektizide und die Varroa-Milbe. Bild: Sabina Bobst

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Zwei Stressfaktoren setzen Bienen zu: Insektizide und die Varroa-Milbe. Eine Kombination dieser beiden Faktoren ist besonders bedrohlich, wie Forschende des Instituts für Bienengesundheit der Universität Bern und des Honigbienen-Forschungsnetzwerks Coloss nun belegen.

Seit längerem wurde vermutet, dass ein Zusammenwirken von verschiedenen Stressfaktoren hinter den hohen Verlusten von Honigbienenvölkern in den vergangenen Jahren stehen könnte. Daten, die einen «Kombi-Effekt» belegen, gab es aber nicht. Die Forscher der Universität Bern und weiterer Universitäten in den USA und Thailand haben nun einen bisher unbekannten Mechanismus nachweisen können, der die erhöhten Verluste an Bienenvölkern erklären kann.

Ihre Ergebnisse haben die Forschenden in den «Scientific Reports» publiziert, dem Open-Acess-Journal der Fachzeitschrift «Nature». Die Forscher behandelten Arbeiterinnen in Honigbienen-Kolonien mit zwei ausgewählten Insektiziden, sogenannten Neonikotinoiden. Diese hatten keinen Einfluss auf Gewicht und Langlebigkeit der Bienen, wie aus einer Mitteilung der Universität Bern vom Dienstag hervorgeht. Sobald allerdings ein Befall mit der Varroa Milbe hinzukam, konnte ein schädliches Zusammenwirken der beiden Faktoren nachgewiesen werden.

Winterbienen besonders betroffen

Besonders die langlebigen Winterbienen waren davon betroffen. Sie werden im Herbst geboren, um das Überleben der Kolonie im Winter zu sichern. Der negative «Kombi-Effekt» führte nicht nur zu einer kürzeren Lebenszeit der Winterbienen-Arbeiterinnen, sondern auch zu einer reduzierten Körpergrösse. Die Körpergrösse ist jedoch entscheidend dafür, wie gut die Winterbienen ihre Körpertemperatur gegen die Kälte verteidigen können.

Nachhaltige Lösungen gefragt

Die Forschenden plädieren darum für entsprechend nachhaltige Lösungen in der Landwirtschaft. «Ein reduzierter Einsatz von Insektiziden sowie eine verbesserte Kontrolle der Milbe Varroa destructor sind dringend erforderlich», wird Lars Straub, Erstautor und Post-Doktorand am Institut für Bienengesundheit in der Mitteilung zitiert.

Die westliche Honigbiene Apis mellifera ist mit Abstand der wichtigste, von Menschen gehaltene Bestäuber. In den vergangenen Jahren kam es weltweit zu hohen Verlusten von Honigbienenvölkern.

Die Varroa Milbe stammt ursprünglich aus Asien, wo sie die Östliche Honigbiene befällt. Nach einem Wirtswechsel auf die Westliche Honigbiene wurde sie weltweit zur gefährlichsten biotischen Bedrohung der Honigbienen. (red/sda)

Erstellt: 04.06.2019, 11:15 Uhr

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