Mäuse und Ratten sind ähnlich stur wie Menschen

Je länger man auf ein bestimmtes Ereignis wartet, desto eher ist man bereit, sich weiterhin zu gedulden. Eine Rolle spielt, wie viel Zeit und Energie bereits aufgewendet wurde.

Obwohl es Alternativen gäbe: Auch Mäuse können erstaunlich stur sein. (Archivbild) Bild: Keystone

Obwohl es Alternativen gäbe: Auch Mäuse können erstaunlich stur sein. (Archivbild) Bild: Keystone

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Mäuse und Ratten verfolgen ihre Ziele ähnlich stur wie Menschen, je mehr Zeit und Energie sie dafür aufgebracht haben. Das geht aus einer am Donnerstag im US-Magazin «Nature» veröffentlichten Studie hervor.

Dafür wurden 65 Studenten der Universität von Minnesota, 32 Ratten und ebenso viele Mäuse vor eine Geduldsprobe gestellt: Die Nager warteten auf Nahrung, die Studenten auf das Herunterladen eines Internet-Videos.

Je länger, desto länger

«Je länger sie warteten, desto wahrscheinlicher war es, dass sie weiter warteten», sagte David Redish, Professor für Neurowissenschaft und Co-Autor der Studie. Dies sei selbst dann so gewesen, wenn Ratten, Mäuse und Studenten bessere und möglicherweise effizientere Alternativen hatten.

Redish verglich das Ergebnis mit Beobachtungen an der Supermarkt-Kasse: «Je mehr Zeit man in einer Schlange verbracht hat, desto eher wird man bis zum Schluss warten.»

Auch andere Videos zur Verfügung

Konkret wurden die Nager bei den Versuchen durch ein ihnen bereits bekanntes akustisches Signal auf eine baldige Essensausgabe an insgesamt vier Stellen hingewiesen. Ein weiteres akustisches Signal zeigte den Tieren, wie lange sie an der von ihnen gewählten Stelle noch warten mussten.

Obwohl die Tiere auch eine andere Stelle hätten aufsuchen können, blieben sie der Studie zufolge meist dort, wo sie bereits waren – selbst wenn es lange dauerte und die Essenszeit begrenzt war.

Ähnlich verhielten sich demnach die Studenten: Sie konnten auch ein anderes Video herunterladen – doch je länger sie auf den Download warteten, desto seltener wechselten sie. Wissenschaftler wollen ähnliche Versuche nun mit weiteren Tierarten vornehmen. (oli/sda)

Erstellt: 13.07.2018, 23:59 Uhr

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