Zum Hauptinhalt springen

Neu entdeckte Riesenratte kann Kokosnüsse knacken

Jahrelang haben Forscher auf den Salomonen nach einer halben Meter langen Ratte gesucht. Jetzt wurden sie fündig.

Bis zu einem halben Kilogramm schwer: Die neu entdeckte Riesenratte Uromys vika.
Bis zu einem halben Kilogramm schwer: Die neu entdeckte Riesenratte Uromys vika.
The Field Museum
Den Berichten der Einheimischen zufolge macht sich Vika gern über Kokosnüsse her. Beobachtet haben die Forscher das Verhalten bisher nicht, sie fanden allerdings Kokosnüsse, in die beeindruckende Löcher genagt worden waren.
Den Berichten der Einheimischen zufolge macht sich Vika gern über Kokosnüsse her. Beobachtet haben die Forscher das Verhalten bisher nicht, sie fanden allerdings Kokosnüsse, in die beeindruckende Löcher genagt worden waren.
The Field Museum
Scharfe Zähne: So sieht der Schädel der neu entdeckten Ratte aus.
Scharfe Zähne: So sieht der Schädel der neu entdeckten Ratte aus.
The Field Museum
1 / 3

Annähernd einen halben Meter lang, bis zu einem halben Kilogramm schwer und mit einem langen, haarlosen und schuppigen Schwanz: Die neu entdeckte Riesenratte auf den Salomonen ist für die Wissenschaft ein Grund zur Freude. Sie hatten jahrelang danach gesucht und fanden schliesslich ein einziges Exemplar auf der Insel Vangunu in der Südsee östlich von Papua-Neuguinea.

Von der Existenz des aussergewöhnlichen Nagers hatten zuvor Einheimische berichtet. Die Wissenschafter stellen das Tier im Fachblatt «Journal of Mammology» vor. Aufgrund der rapiden Abholzung in dem kleinen Verbreitungsgebiet sei die seltene Art als vom Aussterben bedroht anzusehen.

Uromys vika, so der Name der Riesenratte, ist die erste Nagerart seit 80 Jahren, die auf der Inselgruppe in der Südsee entdeckt worden ist, schreiben Tyrone Lavery und Hikuna Judge vom Field Museum of Natural History in Chicago.

Kurz nach Entdeckung gestorben

Lavery hatte das Tier seit seinem ersten Besuch auf den Salomonen im Jahr 2010 gesucht, nachdem Einheimische ihm von einer Vika genannten Riesenratte erzählt hatten. Er stellte Fallen und Kameras auf und durchsuchte Baumhöhlen, aber bis auf einen Kothaufen fand er zunächst nichts.

Die Schwierigkeiten, die Riesenratte aufzuspüren, zeigten wie schwer es ist, in tropischen Wäldern neue Arten zu entdecken, erst recht wenn sie in Bäumen lebten, so Lavery. Sie belegten aber auch, dass die Art allem Anschein nach sehr selten ist. Schliesslich wurde ein Exemplar entdeckt, das aus einem gefällten Baum huschte - und kurz darauf starb. «Sobald ich es untersucht hatte, wusste ich, dass es etwas Besonderes ist», sagte Lavery in einer Mitteilung des Field Museums.

Gemeinsam mit seinem Kollegen verglich er die Riesenratte mit anderen Nagern der Region und untersuchte ihr Erbgut. Die Analysen zeigten, dass es sich in der Tat um eine neue Art handelt. Ältere Inselbewohner bestätigten, dass das gefundene Tier die von ihnen Vika genannte Riesenratte ist.

Abholzung als grösste Gefahr

Wenn sie die Ratte nicht gefunden hätten, wäre sie vielleicht nie von der Wissenschaft entdeckt worden, so Lavery. Vor allem die Abholzung der Wälder bedrohe das Überleben der Art. «Die Gegend, in der wir sie gefunden haben, ist einer der letzten Orte, wo es noch Wälder gibt, in denen nicht kommerziell Holz gewonnen wird.»

Die Forscher vermuten, dass Vikas Vorfahren mit treibenden Pflanzenresten auf die Insel gelangten und sich dort zu der neuen Art weiterentwickelten. Die Inselgruppe der Salomonen umfasst Hunderte Inseln und kleinere Atolle. Sie liegt recht isoliert. Viele der dort lebenden Säuger sind nirgendwo sonst auf der Erde zu finden.

Den Berichten der Einheimischen zufolge macht sich Vika gern über Kokosnüsse her. Beobachtet haben die Forscher das Verhalten bisher nicht, sie fanden allerdings Kokosnüsse, in die beeindruckende Löcher genagt worden waren. Welche Art von Nager die Löcher hinterlassen hat, sollen nun weitere Untersuchungen klären.

SDA/woz

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch