Ohnmacht nach dem Klimabericht

Der Weltklimarat IPCC zeichnet das Bild einer Welt, die in den letzten 50 Jahren die Grenzen des Wachstums ignoriert hat.

Europa ist nach dem heissesten Juli seit Messbeginn sehr trocken. Erde am Rheinufer bei Düsseldorf. Foto: dpa

Europa ist nach dem heissesten Juli seit Messbeginn sehr trocken. Erde am Rheinufer bei Düsseldorf. Foto: dpa

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Es ist der zweite Sonderbericht des Weltklimarates IPCC innerhalb eines Jahres, der weltweit Schlagzeilen und gleichzeitig ratlos macht.

Im letzten Oktober war es die Botschaft, dass bereits bei einer durchschnittlichen Erderwärmung um 1,5 Grad Küstenstädte überflutet werden und Korallenriffe sterben. Die Erde hat sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts bereits um rund 1 Grad erwärmt.

Gestern präsentierte der IPCC das Bild eines Planeten, den der Mensch gedankenlos für die Nahrungsproduktion ausbeutet. Mit der Konsequenz: verwüstete Böden, zerstörte Wälder, tockengelegte Moore – und frei werdende Treibhausgase, welche die Erdoberfläche zusätzlich erwärmen und damit die Landökosysteme weiter schwächen.

Die Schweiz exportiert sehr viel

Wir in der Schweiz könnten da getrost wegschauen, diese ökologischen Probleme sind nicht in unserer Reichweite. Von der Verantwortung können wir uns aber nicht drücken. Das Bundesamt für Umwelt hat uns erst kürzlich den Spiegel vorgehalten. Wir nehmen es mit dem Umweltschutz nicht so genau, wenn es um importierte Nahrungsmittel geht. Der Wasserverbrauch für diese Produkte ist im Ausland in den letzten zwei Jahrzehnten um 40 Prozent gestiegen. Andere Lebens- und Futtermittel stammen aus Ländern, in denen intensive Landwirtschaft betrieben wird. Die Schweiz exportiert einen grossen Teil der Umweltbelastung ins Ausland.

Die Forscher sagen es nicht explizit, aber aus ihrem Zustandsbericht kann nur dieser Schluss gezogen werden: Die Agrar- und Forstwirtschaft braucht einen Richtungswechsel – ökologischer Landbau, nachhaltiger Welthandel, weniger Fleischkonsum. Das hatte der Weltagrarbericht der UNO und der Weltbank bereits 2008 gefordert. Alle Akteure hatten damals mitgearbeitet: Wissenschaftler, Konsumenten, Produzenten, Bauern und die Industrie.

Und nun, zehn Jahre später, fordert der Weltklimarat IPCC die Welt wieder auf, zusammenzuarbeiten. Das macht ratlos.

Erstellt: 08.08.2019, 21:11 Uhr

Haben wir Grund zur Panik?

Der Einfluss des Menschen auf den Klimawandel ist für die überwiegende Mehrzahl der Wissenschaftler eine unbestreitbare Tatsache. Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hält die Lage für so gefährlich, dass sie sagt: «Ich will, dass ihr in Panik geratet.»

Für die grösste Partei der Schweiz, für rechtskonservative Kräfte in Europa und für den amerikanischen Präsidenten werden die steigenden Temperaturen hingegen missbraucht, um irrationale Ängste zu schüren und politische Propaganda zu betreiben.

Wie schlimm ist die Lage wirklich? Was ist zu tun? Welche Schweizer Partei hat die besten Konzepte, um den Klimawandel einzudämmen? Und sind die Streiks der Klimajugend das richtige Mittel?

Über diese und andere Fragen debattieren:

Petra Gössi, Präsidentin der FDP Schweiz.

Marcel Hänggi, Wissenschaftsjournalist, Sachbuachautor und Mitinitiant der Gletscherinitiative.

Rahel Ganarin, Geografin und Aktivistin der Klimastreik-Bewegung.

Christian Imark, Nationalrat der SVP aus dem Kanton Solothurn.

Moderation: Sandro Benini, Redaktor Meinungen&Debatte, Tages-Anzeiger.

28. August, Kaufleuten, Pelikanplatz Zürich. Türöffnung 19.00 Uhr, Beginn 20.00 Uhr.

Hier Eintrittskarten bestellen.

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