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Wer bei der Rohstoffsuche im All mitmischt

Asteroidenbergbau kennt man bisher nur aus Filmen. Immer mehr Firmen versprechen sich davon das ganz grosse Geld.

Erschliessung neuer Rohstoffquellen im All als Geschäftsmodell: Der im Asteroidengürtel kreisende Kleinplanet Ceres speit Wasserdampf ins All.
Erschliessung neuer Rohstoffquellen im All als Geschäftsmodell: Der im Asteroidengürtel kreisende Kleinplanet Ceres speit Wasserdampf ins All.
IMCCE, Paris Observatory, CNRS, Keystone

Abbau von Rohstoffen im All kennt man zum Beispiel aus «Avatar» von James Cameron, wo ein Mond im Alpha-Centauri-System auf der Suche nach der Fantasiesubstanz Unobtanium verwüstet wird. Oder aus Duncan Jones' «Moon», wo ein Mondbergmann hinter die fiesen Machenschaften seiner Firma kommt.

Nun wollen mehrere Firmen im All seltene Metalle fördern und sogar Raketentreibstoff produzieren, berichtet «Spiegel Online». Die USA haben hierfür mit einem kontroversen Gesetz, dem «US Commercial Space Launch Competitiveness Act», den Weg geebnet.

Bisher stellte der Weltraumvertrag der Vereinten Nationen klar, dass der Weltraum einschliesslich des Mondes und anderer Himmelskörper keiner nationalen Aneignung offenstünde. Das neue, von US-Präsident Barack Obama unterschriebene Gesetz erlaubt US-Bürgern nun die kommerzielle Förderung von Ressourcen auf Asteroiden oder anderen Himmelskörpern. Um den Weltraumvertrag nicht zu brechen, besagt das Gesetz, dass Eigentum nur am abgebauten Rohstoff und nicht am Himmelskörper selbst entstehen soll.

Fahrerlose Bagger, Riesenlastwagen: Futuristisch anmutende Technik im Rohstoffsektor kommt auf der Erde schon längst zum Einsatz. Und die Weltraumforscher sind sich in der Frage, wie sich Rohstoff- und Energiehunger einer immer grösser werdenden Erdbevölkerung stillen lassen, ziemlich einig: «Im All ist das möglich. Und nur dort,» sagt Wissenschaftler Philip Metzger von der University of Central Florida.

Der Regisseur im Rohstoffgeschäft aus dem All

Derjenige, der den Rohstoffabbau auf Asteroiden starte, werde der erste Billionär der Weltgeschichte, prognostiziert der US-Astrophysiker Neil deGrasse Tyson. Genau das haben zwei konkurrierende US-Unternehmen vor: Deep Space Industries und Planetary Resources, ein Unternehmen, das namhafte Investoren wie Richard Branson (Virgin), Larry Page und Eric Schmidt (beide vom Google-Mutterkonzern Alphabet) sowie «Avatar»-Regisseur Cameron hinter sich weiss.

Aber auch Luxemburg verkündete, den Asteroidenbergbau fördern zu wollen. Wirtschaftsminister Etienne Schneider gab Anfang Februar bekannt, dass sein Land einen Rechtsrahmen schaffen wolle, der «Rechte auf Ressourcen wie etwa seltene Mineralien von Asteroiden absichert, die von privaten Unternehmen im Weltraum abgebaut werden».

Rentabel oder nicht?

Juristische Bedenken wischte Schneider bei einer Pressekonferenz weg: Wenn der Captain eines Fischkutters in internationalen Gewässern seine Netze auswerfe, dann gehöre ihm der Fang. Das bedeute ja nicht, dass er auch Besitzer des Ozeans sei. Wie «Spiegel Online» schreibt, habe Deep Space Industries bereits einen Ableger in Luxemburg gegründet. Und Planetary Resources denke darüber nach.

Ob sich der Abbau im All auch tatsächlich lohnen wird, ist zumindest fraglich. Materialien aus den Weiten des Sonnensystems zurück zur Erde zu bringen, ist noch immer ein ziemlich teures Unterfangen, wie das Beispiel der Nasa-Mission «Osiris Rex» zeigt. Die soll im September zum Asteroiden Bennu starten – und dort mithilfe eines Greifarms Material einsammeln. Eine spezielle Rückkehrkapsel wird die Probe – mindestens 60 Gramm – dann zurück zur Erde schippern. Kostenpunkt der Mission: 800 Millionen Dollar – und da ist die Rakete zum Start noch nicht einmal mit eingerechnet.

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