Zum Hauptinhalt springen

Schweiz fällt beim Klima-Rating aus den Top Ten

Spitzenreiter ist Dänemark, und Lob gibt es für die USA: Wer warum beim Klima-Rating top ist – und wo die Schweiz zurückfällt.

Es wird wärmer auf dem Planet Erde: Teilnehmer der Klimakonferenz in Paris schauen auf ein Temperatur-Bild.
Es wird wärmer auf dem Planet Erde: Teilnehmer der Klimakonferenz in Paris schauen auf ein Temperatur-Bild.
Reuters

Der Abstieg der Schweiz von Rang 10 auf 14 erkläre sich nicht mit schlechteren Umweltdaten, betonte WWF-Klimaexperte Patrick Hofstetter am Dienstag in Paris auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Vielmehr seien andere Länder bei den erneuerbaren Energien erfolgreicher als die Schweiz. Dieser internationale Fortschritt sei eigentlich positiv zu bewerten.

Der im Vergleich zur Wirtschaftskraft der Schweiz tiefe Beitrag an die Klimafinanzierung sei ein wichtiger Grund, weshalb die Schweiz bei der Bewertung zurückgefallen sei. Die von der Schweiz zugesagten 100 Millionen Franken bis 2017 in den Topf von geplanten 100 Milliarden Dollar jährlich entspreche nicht den Möglichkeiten der Schweiz, sagte Hofstetter. Die Schweiz müsste vielmehr eine Milliarde einschiessen in die technische und finanzielle Hilfe an die vom Klimawandel stark betroffenen Länder.

Der diesjährige Klimaschutz-Index zeige Signale für eine bevorstehende Wende beim globalen Klimaschutz, teilten die Nichtregierungsorganisationen Germanwatch und das Klima-Aktionsnetzwerk (CAN) in Paris mit. 44 der untersuchten 58 Länder hätten bei den erneuerbaren Energien Zuwachsraten im zweistelligen Bereich. Nun müsse die Klimakonferenz dafür sorgen, dass daraus auch tatsächlich eine weltweite Trendwende werde, heisst es im Bericht.

Spitzenreiter Dänemark

Der Klimaschutz-Index 2016 führt erneut Dänemark an erster Stelle, zum fünfte Mal in Folge. Das Land habe erfolgreiche Programme für Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

Dänemarks Vorsprung auf Grossbritannien und Schweden drohe aber zu schwinden, da die seit Sommer amtierende konservative Regierung weniger ambitionierte Ziele in der Umweltpolitik habe, sagte Wendel Trio vom Klima-Aktionsnetzwerk (CAN) vor den Medien. Dies werde aber erst in künftigen Erhebungen ablesbar sein, da der Index sich auf Jahresergebnisse abstütze.

Frankreich, Gastgeber der Klimakonferenz, hat sich um sechs Plätze verbessert und ist neu auf Rang 8. In der G7 habe Frankreich die niedrigsten Pro-Kopf-Emissionen. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Energieversorgung sei noch unterhalb des weltweiten Durchschnitts, der Ausbau schreite aber voran, heisst es in der Untersuchung.

Lob für die USA

Positive Erwähnung findet auch Marokko, wo in einem Jahr die nächste Klimakonferenz ausgetragen wird. Der zehnte Platz erkläre sich vor allem mit dem nationalen Klimaprogramm, das den Anteil erneuerbarer Energien auf 42 erhöhen will. Dies sei bereits Teil der nationalen Gesetzgebung, hiess es.

Den zwei grössten Treibhausgas-Emittenten, China (Platz 47) und USA (34), werden Fortschritte attestiert. Vor allem die Abkehr der USA von Kohle wurde gelobt.

Einige der grössten Luftverschmutzer, darunter Russland (53), Iran (54), Südkorea (57), Japan (58) oder Saudiarabien (61), erhalten die Gesamtnote «sehr schlecht». Das miserable Abschneiden dieser Länder im Klimaschutz zeige die Notwendigkeit, dass in Paris alle Länder mit einem Abkommen in die Pflicht genommen würden, sagte Trio vor den Medien weiter.

Der Klimaschutz-Index liess auch dieses Jahr die Podestplätze leer. Es gebe noch kein Land weltweit, das genug tue, um einen gefährlichen Klimawandel zu verhindern, hiess es im Bericht. Die untersuchten 58 Länder sind für rund 90 Prozent des Treibhausgas-Ausstosses verantwortlich.

SDA

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch