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Schweizer Hengste sollen ungarische Rasse retten

Die ungarischen Merinsulanerpferde sind vom Aussterben bedroht. Auf 55 Tiere gibt es lediglich noch drei Zuchthengste. Die Schweizer Verwandten der Freiberger sollen nun einspringen.

Als sehr robust bekannt: Freiberger am «Marche-Concours national des chevaux» in Saignelegier JU.
Als sehr robust bekannt: Freiberger am «Marche-Concours national des chevaux» in Saignelegier JU.
Keystone

Die schweizer Freibergerpferde sind in Ungarn eine gefragte Rasse. Dort sind sie als Kreuzungspartner für Merinsulanerpferde willkommen. Diese Zugpferderasse ist in Osteuropas stark dezimiert.

In Ungarn gibt es noch rund 45 bis 55 Merinsulaner - aber nur drei Zuchthengste. Da sie einen hohen Verwandtschaftsgrad aufweisen, haben die ungarischen Züchter geeignete Kreuzungspartner gesucht - und im Schweizerischen Nationalgestüt in Avenches VD gefunden.

Leichtes Kaltblut

Ende Januar wurden nun der 10-jährige «Versace» und der 20- jährige «Lorambo» nach Ungarn exportiert, wie jüngst der Webseite von Agroscope und der Fachpresse zu entnehmen war. Die Zuchthengste kommen im Örségi-Nemzeti-Nationalpark zum Einsatz.

Der Freiberger ist einer der letzten Vertreter des leichten Kaltblutes in Westeuropa. «Die grosse Ähnlichkeit im Phänotyp sowie die hohen Qualitäten betreffend Charakter und Robustheit machen den Freiberger zum idealen westlichen Pendant der Murinsulanerpferde», schrieb Agroscope.

Programm für bedrohte Tierarten

Der Murinsulaner ist einer der letzten Vertreter des leichten Zugpferdes Osteuropas. Das stämmige und kompakte, mit breiter und tiefer Brust ausgestatte Pferd wird vorwiegend in der Landwirtschaft sowie für Wald- und Forstarbeiten eingesetzt. Die häufigsten Fellfarben sind braun, Rappe oder Schimmel. Die Rasse nimmt, wie der Freiberger auch, am internationalen Programm für die Erhaltung bedrohter Tierarten teil.

Das Nationalgestüt hat sich per Anfang Jahr neu positioniert. Nachdem im vergangenen Sommer klar wurde, dass das Gestüt in Avenches nicht aufgelöst wird, wurde es per Anfang Jahr zum integralen Bestandteil des Forschungsbereichs Pferde und Bienen von Agroscope Liebefeld-Posieux.

Das Nationalgestüt gilt als Kompetenzzentrum für alle Fragen rund um Pferdezucht und -haltung und zwar über die Landesgrenzen hinweg. Neben dem Ausbildungsangebot auf verschiedenen Stufen fokussiert es auf die anwendungsorientierte Forschung. Als dritter Schwerpunkt setzt sich das Nationalgestüt für den Erhalt der Freibergerrasse ein und bietet den Zuchtverbänden aller Rassen Unterstützung an.

Pferdeforschung stärken

Neu kommt ein medizinischer Ast hinzu: Das Institut Suisse de Médicine Equine (ISME) entstand durch den Zusammenschluss der Pferdeklinik in Avenches mit der Pferdeklinik der Vetuisse-Fakultät der Universität Bern soll die medizinische und reproduktionsbiologischen Pferdeforschung und Ausbildung stärken.

Die Forschungsgruppe EquiTeach wird neu eigene Forschungsprojekte vor allem im Bereich der Pferdeverhaltenswissenschaften und die Forschungsgruppe EquiChain in den Bereichen Pferdezucht und Genetik durchführen. Durch diese Massnahmen kann das Gestüt auch die Akquisition von Drittmitteln ausbauen.

SDA/kpn

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