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So wurde der Piz Cengalo überwacht

Eine Spezialkonstruktion, Radar und ein damit verbundener Alarm: Es war klar, dass der Berg ob dem Val Bondasca irgendwann kommen würde.

Wenn der Murgang kommt, wird diese Reissleine (von einem Stein beschwert) mitgerissen.
Wenn der Murgang kommt, wird diese Reissleine (von einem Stein beschwert) mitgerissen.
geopraevent.ch

«Wir haben gewusst, dass sich wieder ein Felssturz ereignen könnte», sagte die Gemeindepräsidentin von Bondo Anna Giacometti gestern. Mit «wieder» bezog sie sich auf den grossen Bergsturz vom Dezember 2011, als 1,5 Millionen Kubikmeter Fels zu Tal krachten.

Als Reaktion auf das Ereignis wurde ein automatisches Murgang-Alarmsystem eingerichtet. Dieses löste nun am Mittwochmorgen Alarm aus und sperrte automatisch Strassen. Darauf wurden die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Kommune aufgeboten. Wenig später wurde das ganze Dorf evakuiert.

Das Alarmsystem wurde vor fünf Jahren installiert und zwar rund einen Kilometer oberhalb von Bondo im Val Bondasca. «In erster Linie dienen überwachte Reissleinen dazu, im Falle eines Murgangs die Ampeln im Haupttal direkt auf Rot zu schalten», heisst es auf der Website der verantwortlichen Firma Geopraevent. Daneben würden die Verantwortlichen von Gemeinde und Kanton mittels SMS alarmiert. Zusätzlich ergänzen Niederschlags- und Pegelmessungen die erforderlichen Daten.

Kabel, Radar und ein Computer im Felsen: Rund ein Kilometer oberhalb des Dorfes wird gemessen. (Bild: geopraevent.ch)
Kabel, Radar und ein Computer im Felsen: Rund ein Kilometer oberhalb des Dorfes wird gemessen. (Bild: geopraevent.ch)

Das Bergsturzgebiet am Piz Cengalo wird seit Jahren vom kantonalen Amt für Wald- und Naturgefahren überwacht. Bei einer Messung Ende Juli hatten Geologen gemäss einem Bericht der «Südostschweiz» massiv erhöhte Felsbewegungen festgestellt. Letzte Woche war dann offenbar ein Betretungsverbot für Maiensässe im gefährdeten Gebiet ausgesprochen worden.

Das war der erwartet grosse Bergsturz

Vom Piz Cengalo selber droht künftig keine so grosse Gefahr mehr. Offenbar war das der grosse Bergsturz den man erwartet hatte. Von der Menge der Geröllmassen sei man überrascht, so Giacometti gestern. Das genaue Volumen wird nun von Fachleuten abgeschätzt. Trotzdem ist die Gefahr für das Dorf noch nicht gebannt. Das Geschiebe im Val Bondasca liegt noch locker und einiges davon dürfte sich noch talwärts bewegen.

* mit Material der Nachrichtenagentur SDA

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