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Tödlicher Stress für Schneehasen

Wintersportler, die ins Revier des alpinen Schneehasen eindringen, gefährden das Überleben der Tiere. Dies zeigte eine Studie, an der sich der Tierpark Goldau beteiligte.

«Wir untersuchten die Auswirkung des Stresses»: Martin Wehrle, Tierarzt und Kurator im Tierpark Goldau.

Der Schneehase lebt in den Alpen auf über 1300 Metern über Meer in kargen Verhältnissen und ist ein Überlebenskünstler. Schneeschuhläufer, Snowboarder und Freerider würden für die Tiere übermässigen Stress bedeuten und hätten einen negativen Einfluss auf die Energiebilanz, erklärte der Wildtierökologe Maik Rehnus heute an einer Medienkonferenz im Tierpark Goldau.

Das Forscherteam um Rehnus untersuchte in einer mehrmonatigen Schneehasen-Studie in der freien Wildbahn und im Natur- und Tierpark Goldau Kotproben auf die Konzentration von Stresshormonen. In Gebieten mit starker touristischer Nutzung fand sich in den Kotproben eine erhöhte Stresshormonkonzentration.

Stress dank Hunden und Papierdrachen

Die Auswirkungen des Stresses auf die Hasen wurden auch unter kontrollierten Bedingungen in Zusammenarbeit mit Kurator Martin Wehrle im Tierpark Goldau untersucht (siehe Video). Ausserhalb des Besucherbereichs wurden sechs Schneehasen zwischen Oktober 2011 und Februar 2012 in Einzelgehegen gehalten. Um die Hasen zu stressen, konfrontierten die Forscher sie mit Hunden und Papierdrachen.

Die gestressten Tiere änderten dabei ihr natürliches Verhalten. Sie wechselten öfter ihre Verstecke, assen seltener ihren eigenen Kot für die Energieverwertung und hatten weniger Ruhezeit. Dadurch waren die Tiere auf deutlich mehr Futter angewiesen als üblich.

Ungewisse Zukunft

Der Schneehase stehe vor einer ungewissen Zukunft, sagte der Forscher. Genaue Zahlen zur Population in der Schweiz gebe es nicht, doch der zunehmende Bergtourismus, das rücksichtslose Verhalten einzelner Skifahrer und Wanderer sowie die Klimaerwärmung würden keine positive Prognose zulassen.

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