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Verteidigung mit Krallen und Schwanz

Der Wüstenwaran kann seine Beutetiere dank seines schlanken Körpers auch in deren Bauen verfolgen.

Zischen, fauchen und mit dem Schwanz um sich peitschen: Der Wüstenwaran weiss sich furchteinflössend in Szene zu setzen, wenn er sich angegriffen fühlt. Foto: Alamy
Zischen, fauchen und mit dem Schwanz um sich peitschen: Der Wüstenwaran weiss sich furchteinflössend in Szene zu setzen, wenn er sich angegriffen fühlt. Foto: Alamy

Fühlt sich ein Wüstenwaran angegriffen, wird er wild. Er saugt Luft in seine Lungen, richtet sich in voller Grösse auf seine Hinterbeine auf und stösst sie zischend und fauchend wieder aus. Sollten Feinde wie Greifvögel oder Raub­katzen davon noch nicht abgeschreckt sein, setzt er die scharfen Krallen seiner Vorderfüsse ein und peitscht mit dem Schwanz um sich.

Dazu muss die bis zu eineinhalb Meter grosse Echse aber erst einmal auf Touren kommen. Wie alle Reptilien passt sie ihre Körpertemperatur an die Aussentemperatur an. Deshalb aalt sie sich am Morgen erst einmal in der ­Sonne. Schliesslich lebt das Schuppenkriechtier in Wüstenregionen, wo die Tages- und Nachttemperaturen enorm schwanken. Wüstenwarane kommen in den trockenen und halb trockenen Zonen Nordafrikas vor, auf der Arabischen Halbinsel und in Südasien. Sogar in Südostanatolien, in der Türkei, haben Bauarbeiter schon ungewollt Wüstenwarane ausgegraben.

Im Sommer buddeln sich die Wüstenwarane mittags als Schutz vor der Hitze ein und nachts wegen der Kälte. Die Temperaturen bestimmen aber nicht nur das tägliche Leben, sondern auch den Jahreszyklus. Sobald es im Frühjahr warm wird, werden bei den Männchen die Hoden aktiv. Übrigens können selbst Waranexperten männliche und weibliche Exemplare kaum auseinanderhalten. Einzig ein Blick seitlich unter dem Schwanz kann einen Hinweis geben. Männchen verstecken dort, in den Taschen der Kloake, also des gemeinsamen Ausgangs für Urin, Kot und Spermien, zwei sogenannte Hemipenisse.

Zum Kopulieren schmiegt sich das Männchen seitlich an die Auserwählte und führt einen der beiden Hemi­penisse in eine der seitlichen Taschen des Weibchens ein. Die Jungtiere, die aus den Eiern schlüpfen, sind sich selbst überlassen. Zur Sicherheit verbringen sie deshalb ihre ersten Lebensmonate von Herbst bis Frühling eingegraben im Sand. So wehrhaft die Wüstenwarane erscheinen, ihre Zahlen gehen zurück. Menschen essen ihr Fleisch und halten sie in Terrarien – obwohl die Tiere unter Schutz stehen. (afo)

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