Warum friert man, wenn man aus dem Wasser kommt?

Antworten auf zwölf häufige Kinderfragen rund um das nasse Element.

Erlebniswelt Wasser: Kinder lieben es, im kühlen Nass zu spielen. Foto: Getty Images

Erlebniswelt Wasser: Kinder lieben es, im kühlen Nass zu spielen. Foto: Getty Images

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Ohne Wasser gäbe es kein Leben auf der Erde. Menschen, Tiere und Pflanzen sind darauf angewiesen – nicht nur für den Stoffwechsel, für viele Pflanzen und Tiere ist es auch wichtiger Lebensraum. Nicht zuletzt brauchen wir Wasser zum Waschen, Planschen und um Strom daraus zu machen. Hier die Antworten auf zwölf häufige Kinderfragen zum Thema Wasser.

Warum ist das Wasser nass?
Wenn wir die Hand ins Wasser tauchen, bleiben die kleinen Teilchen, aus denen Wasser besteht, die Moleküle, an der Haut haften. Wir empfinden das als nass.

Warum friert man, wenn man aus dem Wasser kommt?
Wasser auf der Haut verdunstet in der Luft. Dafür braucht es Wärme. Diese wird dem Körper entzogen. Beim Verdunsten wird das Wasser kälter. Deshalb frieren wir, wenn wir aus der warmen Badewanne steigen. Noch mehr frieren wir nass an der frischen Luft oder wenn es windet, denn dann entzieht das Wasser der Haut die Wärme noch schneller.

Wie kommt das Salz ins Meer?
Wenn es regnet und das Regenwasser durch die Erde sickert, werden Mineralien aus Sand und Steinen herausgeschwemmt. Darunter ist auch immer ganz wenig Salz. Das Wasser gelangt dann in Flüsse, die wiederum Salz und andere Mineralien aus dem Boden spülen. Die Flüsse münden irgendwann ins Meer, und es kommt genügend Salz zusammen, sodass man es auf der Zunge schmecken kann.

Warum darf man Meerwasser nicht trinken?
Das Salz im Meerwasser würde den Körper austrocknen. Dies deshalb, weil das aufgenommene Salz über die Nieren ausgeschieden werden muss. Für diesen Prozess braucht der Körper Wasser – mehr, als er mit dem Meerwasser aufgenommen hat.

Wieso gefriert Wasser?
Wasser besteht aus kleinen Teilen, den Molekülen. Wenn das Wasser warm ist, sind diese munter und bewegen sich ständig – das Wasser ist flüssig. Wird es kälter, bewegen sich die Teilchen immer weniger, bleiben aneinander kleben und bilden Kristalle. Diese machen das Wasser hart und fest – es wird zu Eis.

Warum tut es weh, wenn man in der Badi einen «Ränzler» macht?
Eigentlich fühlt sich Wasser weich an. Dies deshalb, weil die kleinen Teilchen im Wasser, die Moleküle, unserem Körper ausweichen, wenn wir langsam ins Wasser steigen. Bei einem Sprung haben sie aber keine Zeit dazu und bleiben eng beieinander als Fläche. Je grösser nun die Fläche ist, die aufs Wasser prallt, desto schmerzhafter.

Achtung, Gefahr: Je grösser die Aufprallfläche, umso «härter» die Landung. Foto: Getty Images

Wie kann man aus Wasser Strom machen?
Wenn Wasser über Rohre oder Stollen in die Tiefe fällt, hat es genügend Kraft, um in einem Kraftwerk eine Turbine anzutreiben. Diese sieht ähnlich aus wie eine Schiffsschraube. Daran angeschlossen ist ein Generator. Das ist ein Gerät, das aus der Bewegungsenergie der Turbine elektrische Energie, also Strom machen kann.

Wie können Fische unter Wasser atmen?
Wir nehmen den Sauerstoff zum Atmen aus der Luft, die Fische aus dem Wasser. Damit das funktioniert, haben Fische keine Lunge, sondern Kiemen. Das sind Hautlappen am Kopf. Wenn die Fische das Maul aufmachen, strömt Wasser hinein. Wenn sie das Maul schliessen, strömt das Wasser bei den Kiemen wieder heraus, wobei der Sauerstoff herausgefiltert wird und ins Blut gelangt.

Warum kann man nicht übers Wasser laufen?
Ganz leichte Lebewesen wie der Wasserläufer oder Dinge wie zum Beispiel ein Blatt können auf dem Wasser liegen bleiben, weil die Moleküle des Wassers zusammenhalten. Dies nennt man Oberflächenspannung. Für grössere Gewichte wie das eines Menschen reicht diese Spannung aber nicht aus, wir versinken oder müssen schwimmen.

Wie hoch spritzt ein Springbrunnen?
Der höchste Springbrunnen spritzt über 300 Meter hoch. Es ist der King Fahd’s Fountain in Jidda am Roten Meer. In der Schweiz steht der höchste Springbrunnen in Genf im Genfersee. Der Jet d’eau spritzt 140 Meter hoch.

Warum werden die Finger schrumpelig, wenn man lange im Wasser bleibt?
An den Fingern und den Füssen haben wir dickere Haut als am restlichen Körper. Wenn wir lange im Wasser sind, können sich diese Hautzellen mit Wasser vollsaugen und aufquellen, und die Haut wird schrumpelig.

Warum versinken Schiffe nicht?
Schiffe sind innen hohl und verdrängen viel Wasser, schieben es sozusagen beiseite, wie man das in der Badewanne beobachten kann. Da steigt das Wasser an, wenn man sich hineinsetzt. Die Wasserteilchen machen aber nicht gerne Platz, sie drücken gegen das Schiff und halten es so an der Oberfläche. Das nennt man Auftrieb. Dieser ist immer so gross wie das Gewicht der Flüssigkeit, die ein Körper oder Gegenstand verdrängt. Ein grosses Schiff verdrängt sehr viel Wasser und enthält in den Hohlräumen Luft, deshalb wiegt es weniger als das Wasser, das es verdrängt. Es kann also nur schwimmen, wenn es mehr Wasser verdrängt, als es wiegt.

Erstellt: 09.04.2019, 16:33 Uhr

Experiment 1: Wasser entsalzen

Zutaten:
1 Schüssel mit Salzwasser
1 Glas
Klarsichtfolie
1 Stein

So gehts:
Schüssel mit Salzwasser füllen und ein leeres Glas in die Mitte der Schüssel stellen. Schüssel mit Glas an die Sonne stellen und eine Klarsichtfolie darüberlegen. Den Stein so auf die Folie legen, dass der tiefste Punkt über dem Glas liegt. Jetzt warten, bis sich Wasser im Glas sammelt, und probieren. Das Wasser schmeckt nicht mehr salzig.

Erklärung:
Das Wasser in der Schüssel verdunstet und sammelt sich unten an der Folie. Dank dem Stein rollen die gebildeten Süsswassertropfen zur Mitte und tropfen ins Glas. Das Salz bleibt in der Schüssel zurück, weil nur Wasser verdunsten kann, nicht aber Salz.

Experiment 2: Trockener Finger

Zutaten:
Glas Wasser
4 Löffel gemahlener Pfeffer

So gehts:
Vorsichtig den Pfeffer auf die Wasseroberfläche streuen, bis diese vollständig bedeckt ist. Das Glas darf nicht bewegt werden. Jetzt den Finger ein kleines Stück ins Wasser tauchen und wieder herausziehen. Erstaunlich: Er bleibt trocken!

Erklärung:
Der Pfeffer sorgt dafür, dass die kleinen Wasserteilchen, die Wassermoleküle, enger zusammenrücken und eine Art Haut bilden. Die Oberflächenspannung wird also höher und vermag den Druck des Fingers auszuhalten. Der Finger bleibt trocken.

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