Warum riecht Erde nach dem Regen so intensiv?

Weshalb Sandstrände unterschiedliche Farben haben: Antworten auf zwölf Kinderfragen zum Thema Erde.

Ist der Boden feucht, steigt ein erdiger Geruch auf: Eine Familie in der Natur. Foto: Getty Images

Ist der Boden feucht, steigt ein erdiger Geruch auf: Eine Familie in der Natur. Foto: Getty Images

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Neben Luft und Wasser ist der Erdboden eine wichtige Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und Menschen. In der obersten, fruchtbarsten Schicht, man nennt sie auch Mutterboden, tummeln sich unzählige Lebewesen und Mikroorganismen – und erfüllen eine wichtige Aufgabe: Sie verwandeln abgestorbene Blätter und Zweige in wertvolle Nährstoffe. Doch nicht überall ist die Bodenbeschaffenheit fruchtbar und damit ideal für das Pflanzenwachstum. Je nach Klima oder Wasserhaushalt sind die Böden auch karg und bestehen hauptsächlich aus Sand, Stein oder Kies. Der Boden unter unseren Füssen, der «Dräck», ist also alles andere als langweilig. Wir beantworten die häufigsten Fragen zum Thema Erdboden.

Wie entsteht Erde?
Das ist ein Prozess, der Millionen Jahre dauert. Dabei verwittert festes Gestein durch Wärme und Feuchtigkeit, es lösen sich kleinste Partikel, und diese bilden so den Erdboden.

Wieso wächst etwas auf der Erde?
Überreste von Pflanzen und Tieren, die an der Oberfläche verrotten, reichern den Boden an. Man nennt diese Art von Erde Humus. Zur Humusbildung tragen auch Regenwürmer, Milben und Bakterien bei, indem sie bei der Zersetzung und Zerkleinerung der pflanzlichen und tierischen Überreste mithelfen. Bei diesem Prozess werden Mineralstoffe freigesetzt, die den nachwachsenden Pflanzen als Dünger dienen. In diesem Gemisch finden Samen gute Voraussetzungen, um zu keimen.

Sieht man der Erde an, ob sie fruchtbar ist oder nicht?
In der Regel gilt: Je dunkler der Boden, desto fruchtbarer. Eine dunkle Farbe weist auf viel Humus hin.

Wie kann ein Regenwurm in der Erde atmen?
Der Regenwurm atmet nicht über eine Lunge oder Kiemen, sondern über die Haut. Wenn die Erde feucht genug ist, kann der Regenwurm zum Atmen den im Wasser enthaltenen Sauerstoff lösen und über die Haut aufnehmen.

Warum gibt es auch rote Erde?
Viele Gesteine enthalten eisenhaltige Mineralien. Wenn Luft dazukommt, reagiert das Eisen mit dem Sauerstoff – es rostet. Das sogenannte Eisenoxid färbt den Boden rötlich.

Kinder brauchen einen Bezug zur Natur: Es gibt viel zu entdecken in der Erde. Foto: Getty Images

Warum riecht Erde nach dem Regen so intensiv?
Der erdige, manchmal leicht modrige Geruch, der vor allem im Wald nach Regenfällen typisch ist, entsteht durch Bodenbakterien. Sie produzieren einen Alkohol, der nach Walderde riecht. Man nennt diese chemische Verbindung auch Geosmin. Bei Trockenheit riechen wir viel weniger, weil die Bodenbakterien kaum oder gar nicht aktiv sind.

Wie entstehen Sandböden?
Sand besteht aus sehr kleinen Stücken verwitterten Gesteins, zerkleinerten Muschelschalen oder Korallen. Wenn die Sandkörner grösser als zwei Millimeter sind, spricht man von Kies. Meist besteht Sand aus Quarz, einem Mineral. Schwarzer Sand besteht aus verwittertem Lavagestein von Vulkanen.

Selbst unter extremen Bedingungen gedeihen manche Pflanzen.

Wachsen Pflanzen auch auf Sand?
Ja. Verschiedene Pflanzen fühlen sich in einem Sandboden wohl, der eher karg, trocken und nicht sehr nährstoffreich ist. So zum Beispiel Salbei oder Lavendel. Aber selbst unter extremen Bedingungen, wie sie in der Wüste herrschen, gedeihen manche Pflanzen. Sie haben Strategien entwickelt, um die Wasserknappheit auszugleichen. Beispielsweise Wurzeln, die sich besonders weit oder tief ausbreiten. Andere Pflanzen wie zum Beispiel Kakteen können Wasservorräte speichern.

Weshalb haben Sandstrände unterschiedliche Farben?
Je nach Gestein, welches zu Sand verwittert, bekommt der Strand eine andere Farbe. Das reicht von Weiss über Pink zu Goldgelb bis zu Schwarz.

Wichtiger Rohstoff: Sand ist nicht nur fürs Bauen von Burgen essentiell. Foto: Getty Images

Wofür kann man Sand brauchen?
Sand ist ein wichtiger Rohstoff, vor allem für die Bauindustrie. Man kann damit Beton für Häuser und andere Bauwerke herstellen. Aber auch Glas wird aus Sand hergestellt. Und Keramik wie zum Beispiel für das Lavabo. Sogar im Handy hat es Teile, die ohne Sand nicht hergestellt werden könnten.

Was kann man tun, damit die Sandburg besser gelingt?
Sehr feiner Sand, der leicht durch die Hände rieselt, muss erst nass gemacht werden. Richtig gut hält er, wenn er dickflüssig-klumpig ist. Allerdings trocknet er in der Sonne schnell wieder aus, und die Burg fängt an zu zerbröseln. Abhilfe schafft eine Sprühflasche mit Wasser, mit der man den Sand feucht halten kann.

Wie gross ist ein Sandkorn?
Der Durchmesser beträgt etwa zwischen einem Zwanzigstelmillimeter und zwei Millimetern. Grössere Sandkörner bezeichnen wir als Kies.

Erstellt: 28.07.2019, 08:24 Uhr

Experiment 1: Regenwürmer beobachten


Zutaten
1 grosses Glas Erde, 1 oder mehrere Regenwürmer

So gehts
Geben Sie Gartenerde und einen oder mehrere Regenwürmer in ein grosses Glas. Darauf legen Sie Rüstabfälle, Kaffeesatz oder zerkleinerte Blätter. Sobald die Würmer Hunger haben, schlängeln sie sich an die Oberfläche und holen Nahrung. Die Gänge, die sie graben, kann man deutlich sehen. Sobald Sie die Würmer wieder im Garten aussetzen, sehen Sie, dass alle Nahrung weg ist und zu feiner Erde verdaut wurde.

Erklärung
Regenwürmer ernähren sich von pflanzlichen, zum Teil auch von tierischen Abfallprodukten der Natur. Was der Wurm nicht verdauen kann, sondert er als weiche, klebrige Masse aus, man nennt das Wurmhumus. Dieser ist sehr wertvoll, denn er enthält alle Nährstoffe, die Pflanzen für ihr Wachstum brauchen. Der Regenwurm produziert täglich etwa die Hälfte seines Körpergewichts an Humus.

Experiment 2: Erde in Schichten teilen


Zutaten
1 Glas mit Schraubdeckel, 1 kleine Schaufel voll Erde, Wasser

So gehts
Nimm eine Schaufel voll Erde und fülle sie in das Glas. Wenn möglich nimmst du Erde aus der freien Natur und nicht aus dem Sack für die Balkonpflanzen. Dann kommt Wasser ins Glas, bis etwa 2 Finger unter den Rand. Jetzt gut zuschrauben und kräftig schütteln. Nun lässt du das Glas über Nacht stehen. Danach haben sich drei Schichten gebildet: Zuunterst liegen kleine Steine bzw. Sand. Darauf folgt eine feinere Schicht aus Ton oder Lehm. Zuoberst liegt der Humus, also die Reste von alten Pflanzen, Blättern, Holz und toten Tieren.

Erklärung
Die verschiedenen Bestandteile haben alle eine unterschiedliche Dichte. Daher sinken sie nicht gleich schnell zu Boden. Eine hohe Dichte bedeutet ein hohes Gewicht und schnelles Absinken. Eine niedrige Dichte heisst geringes Gewicht und deshalb langsames Absinken. Pflanzen spezialisieren sich auf bestimmte Mischungen dieser Bestandteile. Deshalb wachsen auch nicht überall alle Pflanzen gleich gut.

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