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Wie die Natur der Hitze trotzt

Tiere und Pflanzen kommen mit den hohen Temperaturen meistens gut zurecht. Sie nutzen dabei verschiedene Tricks, um sich abzukühlen. Fast immer braucht es dazu jedoch Wasser.

Nadir macht die anhaltende Hitzewelle nichts aus. Im Gegenteil, er dürfte sich erst jetzt so richtig wohl fühlen. Das Arabische Oryx-Männchen ist ein hochspezialisierter Wüstenbewohner, sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet reicht von der Arabischen Halbinsel bis in den Irak. Im Zoo Zürich kommen seine Anpassungen an extrem heisses und trockenes Klima hingegen erst in diesen Tagen so richtig zum Tragen. Die Antilopenart hat ein überwiegend weisses Fell, das die Sonnenstrahlen reflektiert. Zudem können die Tiere tagsüber ohne Probleme mit einer Körpertemperatur von 40 Grad auskommen. Das wärmeempfindliche Gehirn kühlen sie dabei über den Blutkreislauf. Nachts, wenn die Aussentemperaturen zurückgehen, können die Antilopen ihre Körpertemperatur dann wieder auf 37 Grad senken. Vor allem aber sparen die Oryx-Antilopen Wasser, wo es nur geht: Ihr Urin ist eingedickt, und auch dem Kot wird alle Flüssigkeit entzogen.

So locker wie Nadir stecken allerdings die wenigsten Tiere die Hitzetage weg. Doch haben alle Tricks, damit ihr Körper nicht überhitzt. «Meistens spielt ­dabei Wasser in irgendeiner Form eine Rolle», sagt Robert Zingg, Kurator am Zoo Zürich. Durch Verdunstung entsteht Kälte, die den Körper dann abkühlt. Schwitzen wie wir Menschen können dabei die wenigsten Tiere. Pferde gehören dazu. Sie haben vor allem am Hals, im Schulterbereich und seitlich am Bauch viele Schweissdrüsen. «Schwitzen ist in erster Linie sinnvoll, wenn es auf nackten Oberflächen geschieht, wo die Flüssigkeit auch verdampfen kann und abkühlt», so Zingg. Im Fell kann der Schweiss oft nicht richtig verdunsten. Pferde haben im Sommer kurze Haare. Hunde hingegen schwitzen deshalb vor allem an den Pfoten. Um weiter abzukühlen, hecheln die Tiere. Dadurch verdunstet der Speichel und kühlt über die Schleimhäute. Eine Methode, die auch Raubkatzen anwenden. Krokodile öffnen einfach den Mund, um sich abzukühlen.

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