Wie Sie schattige Plätze richtig bepflanzen

Mit der richtigen Wahl der Pflanzen wird buntes Leben auch möglich, wo die Sonne kaum hinkommt.

Pflegeleichte Schönheit: Das anspruchslose Tränende Herz bevorzugt einen halbschattigen Standort. Foto: Laszlo Podor (Getty Images)

Pflegeleichte Schönheit: Das anspruchslose Tränende Herz bevorzugt einen halbschattigen Standort. Foto: Laszlo Podor (Getty Images)

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Vielerorts in Vor- oder Hinterhofgärten gibt es schattige Flächen, die selbst passionierte Gärtnerinnen und Gärtner zur Verzweiflung treiben können, weil partout nichts wachsen will. Auffallend oft verwandeln sich solche Flächen in öde Wüsten, Stichwort «pflegeleichter Steingarten». Das hat dann nichts mehr mit Garten und Grün zu tun.

Zugegebenermassen sind das keine einfachen Flächen, und es gibt auch nicht sehr viele Pflanzen, die gerne im Schatten leben. Trotzdem kann mit der richtigen Pflanzenwahl aus dem Schattenschandfleckchen eine durchaus ansprechende grüne Fläche werden.

Schattig bis vollsonnig

Doch was bedeutet überhaupt ein schattiger Standort? Je nach Literatur sind die Zahlen etwas unterschiedlich. Grob gesagt, erhält ein schattiger Standort von null bis etwa vier Stunden direkte Sonneneinstrahlung, ein halbschattiger Standort bekommt vier bis sechs Stunden direktes Sonnenlicht, alles über sechs Stunden gilt bei uns als vollsonnig. Natürlich verändert sich die Einstrahlung mit dem Sonnenstand während der vier Jahreszeiten, es geht also nicht darum, mit der Stoppuhr herumzurennen und minutengenau die Sonnenzeit zu erfassen: Die Grenzen sind fliessend.

Optimalerweise werden Pflanzen mit verschiedenen Blütezeitpunkten und Wuchshöhen miteinander kombiniert.

Wichtig ist, dass besonders sonnenhungrige Gewächse nicht an schattige Plätze gepflanzt werden – und umgekehrt. Das behagt den Pflanzen nicht, und dies macht sich mit einem kümmerlichen Wuchs oder gar dem Ableben bemerkbar. Schattige Standorte entstehen durch Gebäude oder dicht belaubte immergrüne Gehölze. Unter einer Birke mit ihrem durchlässigen feinen Blätterkleid wird von lichtem Schatten gesprochen. Das heisst, die Sonne findet in gesprenkelter Weise den Boden.

Optimalerweise werden Pflanzen mit verschiedenen Blütezeitpunkten und Wuchshöhen miteinander kombiniert. Es gibt aber auch wunderschöne Blattschmuckpflanzen, die eben nicht mit einer Blüte auftrumpfen, sondern mit einem besonderen Blattwerk. Diese sind die ganze Saison über eine Zierde.

Nachfolgend eine Auswahl von nicht heimischen Zierpflanzen für (halb-)schattige Standorte.

Blühende Pflanzen, die es schattig mögen: Elfenblume (Epimedium species), Schaumblüte (Tiarella sp.), Lilientraube (Liriope muscari), Grossblättriges Scheinschaumkraut (Pachyphragma macrophylla), Grosses Salomonssiegel (Polygonatum sp.), Purpurglöckchen (Heuchera sp.), Kastanienblättriges Schaublatt (Rodgersia sp.), Nesselkönig (Lamium orvala), Scheinbaldrian (Papinia sp.), Kreuzkolben (Ligularia sp.).

Mag es schattig: Eine Elfenblume. Foto: Twitter / Kommafee

Blattschmuckstauden für schattige Gärten: Schlangenbart (Ophiopogon sp.), Seggen (Carex sp.), diverse Farne, zum Beispiel: Goldschuppenfarn (Dryopteris affinis), Tüpfelfarn (Polypodium vulgare), Filigranfarn (Polystichum setiferum), Hirschzungen (Asplenium scolopendrium).


Für schattige Gärten: Ein schwarzer Schlangenbart. Foto: Twitter / BerlinOpenGardens

Blühende Pflanzen für halbschattige Standorte: Funkien (Hosta sp.), Herbstanemone (Anemone japonica in Sorten), Wiesenraute (Thalictrum sp.), Tauriner Meister (Asperula taurina), Tränendes Herz (Dicentra spectabilis), Prachtspiere (Astilbe sp.), Silberkerze (Cimicifuga sp.), Sterndolde (Astrantia sp.), Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera sp.), Akelei (Aquilegia sp.). Giftige blühende Schönheiten: Maiglöckchen, (Convalaria majalis), Fingerhut (Digitalis sp.), Eisenhut (Aconitum sp.), Christrose (Helleborus sp.).

Für halbschattige Plätze: Funkien. Foto: Twitter / Petra Krämer

Eine besondere Herausforderung ist die Unterpflanzung von flach wurzelnden, Laub abwerfenden Bäumen. Dort müssen die Pflanzen nicht nur mit einem schattigen Standort zurechtkommen, sondern auch mit dem Wurzeldruck der Bäume. Hier machen sich zum Beispiel ein Storchenschnabel namens Bergwald-Geranium (Geranium nodosum) oder das Frühlings-Gedenkemein (Omphalodes verna) besonders gut. Keine Angst, es handelt sich bei Ersteren nicht um die gemeinhin bekannten Balkongeranien, die gehören an ein schönes altes Bauernhaus in Balkonkistchen.

Vom Wald inspirieren lassen

Wer gerne einheimische Wildpflanzen verwendet, kann sich bei der Schattenfrage vom Lebensraum Wald inspirieren lassen: Walderdbeeren (Fragaria vesca), Veilchen (Viola sp.), Waldgeissbart (Aruncus dioicus), Buschwindröschen (Anemone nemorosa), Waldmeister (Galium odoratum), Schneemarbel (Luzula nivea), Schlüsselblume (Primula veris), Mondviole (Lunaria rediviva).

Inspiration aus dem Wald: Eine Mondviole. Foto: Twitter / Calypso

In grösseren Gärtnereien oder Gartencentern sind die gängigen Schattenpflanzen erhältlich. Wer sie lieber heimgeliefert bekommt, kann sich auch an die Gärtnerei Blattgrün in Rifferswil im Kanton Zürich wenden. Die einzige auf Schattenstauden spezialisierte Gärtnerei der Schweiz verschickt Stauden auch per Post.

Zu guter Letzt: Handelt es sich um grössere Schattenflächen (ab etwa 30 Quadratmeter), so ist die von Profis an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil entwickelte Staudenmischpflanzung namens Schattenperle empfehlenswert. Diese erspart Hobbygärtnern und -gärtnerinnen Kopfzerbrechen bezüglich der Pflanzenwahl.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.05.2018, 11:37 Uhr

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