Zum Hauptinhalt springen

«Wir beamen uns gerade in eine Heisszeit»

Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber kennt die Kritik an seinem Forschungsfeld, die Resignation und die Ohnmacht. Aber er glaubt an einen Wandel – noch.

«Eine riesige Chance zur Neuerfindung der Moderne»: Hans Joachim Schellnhuber. Foto: Steffen Roth (Focus)
«Eine riesige Chance zur Neuerfindung der Moderne»: Hans Joachim Schellnhuber. Foto: Steffen Roth (Focus)

Seit über 25 Jahren beschäftigen Sie sich mit den Folgen des Klimawandels. Wie hat sich aus Ihrer Sicht die Art, wie die Medien darüber berichten, in dieser Zeit verändert?

Anfangs standen die Journalisten hier Schlange für Interviews. Dann wurde das fiese Wort des «Alarmismus» geprägt. Es stammt aus reaktionären amerikanischen Kreisen und wurde auch in Europa begierig von interessierter Seite aufgegriffen: Hasselmann, Crutzen, Schellnhuber und andere Warner aus der Wissenschaft, das sind Unken und Spassbremsen. Wer dagegen relativierte und runterspielte, war besonnener Realist. Ich erinnere mich an ein Interview 1995, als Journalisten mich regelrecht aufzustacheln versuchten, die Klimakrise noch dramatischer darzustellen. Zehn Jahre später haben die Medien dann eine Kehrtwendung vollzogen und uns als lächerliche Apokalyptiker hingestellt.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.