Zum Hauptinhalt springen

So hat sich die Umwelt in der Schweiz verändert

Forschende aus Zürich und Genf bringen Ordnung ins Meer der Klimadaten. Ihre Ergebnisse könnten der Gesetzgebung dienen.

Michael Schaepman zeigt drei Beispiele von Umweltfaktoren, die der Swiss Data Cube berechnet. (Video: Anja Stadelmann)

Die Erde wird ständig überwacht. So viele Satelliten wie noch nie kreisen im All. Viele der Satellitendaten sind frei verfügbar, waren aber bisher zu gross, um lokal gespeichert und verarbeitet zu werden. Diese Hürde wird durch die zunehmende Leistungsfähigkeit der Datenverarbeitung überwunden. Nach Australien sind die Universitäten Zürich und Genf die zweiten, die mit einer benutzerfreundlichen Technologie begonnen haben, aus dem Datenmeer das für ihre Länder Relevante herauszulesen.

So hat sich die Schneedecke in den letzten 20 Jahren verändert: Die Fläche des Dauerschnees (rot) hat um 4 Prozent abgenommen, während die Fläche, auf der selten Schnee liegt (grün), um 8 Prozent zugenommen hat. (Bild: Swiss Data Cube)
So hat sich die Schneedecke in den letzten 20 Jahren verändert: Die Fläche des Dauerschnees (rot) hat um 4 Prozent abgenommen, während die Fläche, auf der selten Schnee liegt (grün), um 8 Prozent zugenommen hat. (Bild: Swiss Data Cube)

Die von den beiden Schweizer Unis entwickelte Technologie nennt sich Swiss Data Cube. Besonders daran ist, dass die Software die Daten nach dem Filtern schnell aufbereitet und so praktisch in Echtzeit einzelne Umweltfaktoren wie Wasserqualität, Biodiversität oder die Entwicklung der Gletscher darstellen kann. Erstmals getestet wurde der Swiss Data Cube 2016 von den Vereinten Nationen in Genf, nun wird er in Zusammenarbeit mit den Universitäten Genf und Zürich sowie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft weiterentwickelt.

Grundlage für umweltbezogene Gesetze

Die Messungen können nur den Istzustand zeigen. Mit dem Swiss Data Cube soll nun eine gesicherte Datensammlung aufgebaut werden, quasi eine Bibliothek. «Doch das ist erst die Inventarisierung», so Michael Schaepman, Leiter des Projekts und Prorektor der Universität Zürich. Dazu kommt die Software, welche die Daten interpretiert. Und in drei bis fünf Jahren soll der Swiss Data Cube nicht nur die Möglichkeit bieten, Veränderungen in der ganzen Schweiz zu verfolgen, sondern auch als Grundlage für die nationale Gesetzgebung dienen. «Wie hat sich die Wasserqualität verändert? Wie sind die Städte gewachsen? Wie viel weniger schneebedeckte Tage gibt es in der Schweiz?» Das sind Fragen, auf die der Swiss Data Cube bis dahin Antworten liefern soll.

Auf der Suche nach Interessenten am WEF

Bisher wurden rund drei Personenjahre ins Projekt investiert. Die zukünftige Finanzierung ist noch nicht gesichert. «Wir könnten es ausdehnen auf die ganze Welt, das ist nur eine Frage der Rechnerkapazität», so Schaepman. Unter anderem deshalb stellten die Universitäten Zürich und Genf am Donnerstagabend am WEF ihre Technologie der Öffentlichkeit vor: «Wir möchten schauen, ob es Interessenten aus der Industrie oder der Regierung gibt, die sagen: Das möchten wir weiter finanzieren.» Die Hoffnung ist aber nicht nur monetärer Natur. Möglichst viele Länder sollen die Technologie ebenfalls benutzen, damit die Auswertungen verglichen und bessere Vorhersagen zur Entwicklung der weltweiten Biodiversität gemacht werden können.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch