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57-Jähriger bricht Baumgartner-Rekord

Ein Google-Manager setzte zum Stratosphären-Sprung aus über 41 Kilometern Höhe an – ganz ohne Vorankündigung und Sponsoring.

Neuer Rekord: Alan Eustace springt von über 41 Kilometern Höhe in die Tiefe. (Video: Reuters)

Ohne grosses Aufsehen hat ein Google-Manager mit einem Sprung aus der Stratosphäre den Rekord von Felix Baumgartner überboten. Alan Eustace sauste aus einer Höhe von 41'419 Metern in die Tiefe und durchbrach dabei die Schallmauer, wie das für das Projekt zuständige Unternehmen Paragon Space Development mitteilte. Mehr als drei Jahre lang hatte die Firma im Geheimen an einem kommerziell verwertbaren Raumanzug gearbeitet, den Eustace mit seinem Sprung testete.

An den Rand des Weltalls stieg der 57-jährige Eustace am frühen Morgen mit einem Heliumballon über dem Wüstenboden im Süden des US-Staats New Mexico auf. Die Fahrt dauerte mehr als zwei Stunden. Ganz oben angekommen, sprang der in den Spezialanzug gehüllte Manager in die Tiefe. Während der rund viereinhalb Minuten im freien Fall erreichte er Höchstgeschwindigkeiten von 1 322 Kilometer pro Stunde.

Google-Manager Alan Eustace macht sich startklar. (24. Oktober 2014)
Google-Manager Alan Eustace macht sich startklar. (24. Oktober 2014)
Keystone
Ein Gruppenfoto bevor es losgeht. (24. Oktober 2014)
Ein Gruppenfoto bevor es losgeht. (24. Oktober 2014)
Keystone
Nach dem Sprung landet der 57-Jährige sicher an einem Fallschirm auf der Erde. (24. Oktober 2014)
Nach dem Sprung landet der 57-Jährige sicher an einem Fallschirm auf der Erde. (24. Oktober 2014)
Keystone
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Jim Hayhurst, Direktor des US-Verbands der Fallschirmspringer, war als offizieller Beobachter zugegen. Eustace habe wohl nicht gespürt, dass er die Schallmauer durchbrochen habe, doch das Team am Boden habe den Überschallknall gehört, versicherte Hayhurst. «Er sagte, dass die Aussicht fantastisch war. Er war aufgeregt», fügte er nach einem Gespräch mit Eustace nach dessen Landung hinzu. Laut Hayhurst hatte ein Bremsfallschirm dem wagemutigen Google-Mitarbeiter trotz einer Geschwindigkeit von Mach 1,23 im freien Fall Stabilität und Kontrolle verliehen.

Anders als der von grossem Medienrummel begleitete Stratosphärensprung des früheren Extremsportlers Baumgartner im Jahr 2012 ging Eustaces Aktion weitgehend unbemerkt über die Bühne. Baumgartner hatte damals mit einem Sprung aus einerHöhe von 39'044 Metern einen Rekord aufgestellt. Nun hat der Österreicher wohl in Eustace seinenMeister gefunden.

Teil eines Forschungsprojekts

Die Aktion des Google-Managers war Teil eines Forschungsprojekts der Firma, das gewerbsmässige bemannte Fahrten in die Stratosphäre möglich machen soll. Ein Team von Paragon arbeitete dafür an Spezialanzügen, mit denen Menschen einmal bis zu 32 Kilometer über dem Erdboden auf Entdeckungsreise gehen könnten. Nach Firmenangaben könnten die Anzüge auch bei Notfällen oder anderen wissenschaftlichen Experimenten zum Einsatz kommen.

Der jüngste Erfolg sei ein wichtiger Schritt bei diese Zielen, sagte Paragon-Chef Grant Anderson. «Dies hat dem Mensch schier endlose Möglichkeiten eröffnet, bislang selten erkundete Bereiche unserer Stratosphäre zu besuchen.» Dabei sollen auch der verwendete Ballon und andere nun getestete Geräte helfen. Sie sollen bemannte Ballonfahrten und Kapselflüge in grosse Höhen möglich machen, die das Unternehmen World View Enterprises ab Ende 2016 anbieten will.

AP/chk/mw

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