Autos fliegen ab 2011

Der Traum vom fliegenden Auto wird wahr: Die US-Luftfahrtbehörde hat das Gefährt offiziell zugelassen. Fliegen könnte es bald sogar in der Schweiz, landen jedoch nicht überall.

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In fast jedem zweitklassigen Zukunftsfilm kommen sie vor: fliegende Autos. Nun könnten sie früher Realität werden, als gedacht. Der amerikanische Fahrzeugbauer Terrafugia will die ersten fliegenden Autos – oder fahrenden Flugzeuge – schon im kommenden Jahr ausliefern.

Maximal 110 Kilometer pro Stunde wird das Auto auf der Strasse fahren können. Muss es schnell gehen, lassen sich in dreissig Sekunden die Flügel ausklappen, der Frontpropeller anwerfen und schon kann es in die Lüfte gehen. Dort schafft der Zweisitzer eine Höchstgeschwindigkeit von 180 Kilometern pro Stunde.

Von Auto zu Flugzeug in 30 Sekunden

Gemäss Angaben der Firma haben schon über 70 Interessierte den Transition vorbestellt. Diese sind sich offenbar ziemlich sicher, dass sie schon bald flexibel zwischen Luft und Strasse wählen können, mussten sie doch alle eine Kaution von 11'000 Franken hinterlegen. Das Fahrzeug selber soll etwa 200'000 Franken kosten.

Die Zulassung des fliegenden Autos ist für Terrafugia ein überraschender Durchbruch. Lange hat sich die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) dagegen gesträubt. Der Transition ist immer wieder an den strengen Bestimmungen der FAA gescheitert. Dank einer Sonderbewilligung kann das fliegende Auto nun doch in Serienproduktion gehen. Könnten auch in der Schweiz bald Autos durch die Lüfte fliegen?

Bewilligung in der Schweiz wäre möglich

«Es wäre grundsätzlich möglich, dass das fliegende Auto in der Schweiz bewilligt wird», sagt Daniel Göring, Mediensprecher beim Bundesamt für Zivilluftfahrt Bazl. Auch Eigenbauflugzeuge würden in der Schweiz ja regelmässig zugelassen, sofern sie sicher betrieben werden können. Dazu seien jedoch zwei Hauptvoraussetzungen zu erfüllen: Es müsse nachgewiesen werden, dass das Auto flugtauglich und sicher sei.

Für eine Zulassung müsste der Importeur die Unterlagen der amerikanischen Zulassungsbehörde vorweisen, die das Bazl daraufhin überprüfen würde. Bestimmte technische Nachweise wären nötig und etwa auch die Ergebnisse der Testflüge. Würde das fliegende Auto vom Bazl zugelassen, hätte es in der Luft freie Bahn. «In der Schweiz darf man über sämtliche Gebiete fliegen», so Mediensprecher Göring. Einzig bestimmte Flughöhen seien einzuhalten: In dicht besiedelten Gebieten eine Mindesthöhe von 300 Metern, in wenig besiedelten Gebieten 150 Meter.

Auto muss sich an Flugverkehrsregeln halten

Genervte Schweizer Pendler, die im Transition bereits eine Möglichkeit sehen, mitten im Stau die Flügel auszufahren und die stehenden Autos zu überfliegen, sollten sich jedoch nicht zu früh freuen. Denn der Transition müsste sich, genau wie alle anderen Flugzeuge in der Schweiz auch, an die Verkehrsregeln für Luftfahrzeuge halten.

Eine der wichtigsten Regeln besagt, dass das Starten und Landen nur auf Flughäfen, Flugplätzen und Flugfeldern erlaubt ist. In der Schweiz hätten die fliegenden Autos die Wahl zwischen drei Landesflughäfen, zehn regulären regionalen Flugplätzen und über 40 Flugfeldern. Die Autobahn oder der Gartensitzplatz zu Hause kämen als Start- und Landebahn nicht infrage. Den Weg zum nächsten Flugplatz müsste das fliegende Auto also fahrend zurücklegen.

Landen auf der Autobahn verboten

Die Hauptvoraussetzung, um mit dem fliegenden Auto abheben zu können, ist jedoch die Fluglizenz für Privatpiloten. Für diese sind in der Schweiz ein medizinischer Tauglichkeitstest, eine bestandene Theorieprüfung und mindestens 45 Flugstunden nötig. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 01.07.2010, 14:37 Uhr

Das fliegende Auto

Das fliegende Auto erreicht auf der Strasse eine Maximalgeschwindigkeit von 110 Kilometern pro Stunde, in der Luft 180. Als Treibstoff wird – genau wie bei normalen Autos – bleifreies Benzin verwendet. Der Verbrauch liegt gemäss Angaben des Herstellers bei acht Litern auf 100 Kilometern.
In 30 Sekunden lassen sich die Flügel ausklappen und der Frontpropeller anwerfen. Anders als herkömmliche Flugzeuge sind Airbags installiert sowie eine stossdämpfende Knautschzone. Diese sind nötig, damit das Gefährt auch die Sicherheitsbestimmungen der Strasse erfüllt.

Für die Strasse zugelassen?

Autos müssen die Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VST) erfüllen, um auf Schweizer Strassen fahren zu dürfen. Demnach wären Fahrzeuge mit Propeller- oder Rückstossantrieb nicht erlaubt. Ob der Transition zulassungsfähig sei, könne aufgrund der bisher vorliegenden Angaben nicht beurteilt werden, sagt das Bundesamt für Strassen ASTRA.

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