Bertrand Piccard erreicht seinen Traum

Die in der Schweiz entwickelte Solar Impulse fliegt allein mit der Kraft der Sonne. Kurz vor der letzten Etappe des USA-Überflugs entdeckten die Piloten plötzlich einen Riss in der Tragfläche.

In gelben Fliegerschals: Bertrand Piccard holt André Borschberg ab. (7. Juli 2013)

In gelben Fliegerschals: Bertrand Piccard holt André Borschberg ab. (7. Juli 2013) Bild: Reuters

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Trotz eines Risses in der Tragfläche hat das nur mit Sonnenkraft betriebene Schweizer Flugzeug Solar Impulse seinen USA-Überflug erfolgreich beendet. Pilot André Borschberg landete am späten Samstagabend sicher in New York auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen.

18 Stunden zuvor war Solar Impulse in Washington gestartet. Der Flug war die letzte Etappe eines Amerikafluges, der vor zwei Monaten begann.

Borschberg strahlte, als die Verkleidung des Cockpits abgenommen wurde. Er sei «extrem glücklich», sagte der Pilot.

Er wurde von Bertrand Piccard begrüsst, mit dem er sich die sechs Etappen geteilt hatte. Die beiden Schweizer umarmten sich und legten sich gelbe Fliegerschals um den Hals. Borschberg war nach den 18 Stunden im engen Cockpit allerdings etwas wackelig auf den Beinen.

Streckenrekord für Solarflugzeug

Der Flug war die letzte Etappe der Amerika-Überquerung. Borschberg und Piccard hatten die Strecke in sechs Etappen zurückgelegt, jeweils etwa 20 Stunden.

Auf der zweiten Etappe der Reise hatte die Maschine mit 1541 Kilometern einen neuen Streckenrekord für Solarflugzeuge aufgestellt. Für die Strecke zwischen Phoenix im Bundesstaat Arizona und Dallas-Fort Worth in Texas benötigte das Flugzeug 18 Stunden und 21 Minuten. Weitere Stationen waren St. Louis, Cincinnati und Washington.

Zuletzt war auf der Unterseite des linken Flügels ein 2,5 Meter grosser Riss entdeckt worden. Für den Piloten habe aber keine Gefahr bestanden.

Das «Unmögliche möglich machen»

Solar Impulse fliegt allein mit der Kraft der Sonne, die die vier Zehn-PS-Motoren antreibt. Das in der Schweiz entwickelte Flugzeug ist mit knapp 22 Metern etwas länger als eine alte Ju-52, hat mit mehr als 63 Metern aber die Spannweite eines Jumbo-Jets. Es wiegt 1600 Kilo.

Die Reisegeschwindigkeit ist gemächlich: etwa 25 Knoten, nicht einmal 50 Kilometer in der Stunde.

Das mit 12'000 Solarzellen ausgestattete Flugzeug kann mit seiner gespeicherten Energie auch nachts in bis zu 8230 Metern Höhe fliegen, bevor es langsam absinkt und mit den ersten Sonnenstrahlen wieder aufgeladen wird.

Erklärtes Ziel des Teams von Solar Impulse war es denn nicht nur, die USA zu durchqueren. Das Projekt sollte laut den Worten des Luftfahrtpioniers Piccard aufzeigen, «dass man mit sauberen Technologien, einem leidenschaftlich arbeitenden Team und Pionier-Vision das Unmögliche möglich machen kann». (kle/sda)

Erstellt: 07.07.2013, 09:37 Uhr

Das Solarflugzeug Solar Impulse hat das letzte Teilstück seines Fluges von Küste zu Küste der USA geschafft. (Video: Reuters)

2,5 Meter lang: Der Riss auf der Unterseite des linken Flügels. (7. Juli 2013) (Bild: Keystone )

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