«Bis wir den Spin kennen, bleibt es ein Higgs-ähnliches Teilchen»

Das Cern arbeitet kräftig daran, das im Sommer entdeckte Teilchen als Higgs-Boson zu identifizieren. Die Physiker in Genf sind zuversichtlich. Die definitive Bestätigung hängt von einer Eigenschaft namens Spin ab.

Ein Freudentag für das Cern: Am 4. Juli präsentierten die Forscher in Genf ihre Erkenntnisse.

Ein Freudentag für das Cern: Am 4. Juli präsentierten die Forscher in Genf ihre Erkenntnisse. Bild: Keystone

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Das neue Teilchen, das letzten Sommer am Cern entdeckt wurde, sieht immer mehr aus wie ein Higgs-Boson. Dies berichteten Cern-Physiker heute an der Moriond-Physikkonferenz im italienischen La Thuile. Doch für eine definitive Bestätigung seien mehr Analysen nötig.

Der Schlüssel für die endgültige Identifikation des Higgs-Teilchens sei eine detaillierte Beschreibung seiner Eigenschaften und davon, wie es mit anderen Teilchen interagiert, schrieb das Teilchenforschungsinstitut Cern bei Genf heute in einer Mitteilung.

Seit der Fund letzten Juli bekannt gegeben wurde, seien viel mehr Daten analysiert worden, und diese Eigenschaften würden immer klarer.

Die quantenmechanische Eigenschaft, die darüber entscheidet, ob es ein Higgs-Boson ist oder nicht, heisst Spin, wie das Cern weiter schrieb. Wenn das Teilchen den Spin null hat, ist es ein Higgs-Teilchen. Wenn nicht, ist es etwas anderes, zum Beispiel etwas, das mit dem Funktionieren der Gravitation zu tun hat.

Teilchen bleibt «Higgs-ähnlich»

Alle bisherigen Analysen deuteten stark auf einen Spin null hin, doch es sei bisher noch nicht möglich, einen Spin 2 völlig auszuschliessen. «Bis wir den Spin des Teilchens mit Sicherheit kennen, bleibt es ein 'Higgs-ähnliches' Teilchen», sagte Cern-Forschungsdirektor Sergio Bertolucci in der Mitteilung.

Das Higgs-Teilchen wurde in den 1960er Jahren vorhergesagt. Seine Existenz würde das Standardmodell der Teilchenphysik bestätigen. Dieses beschreibt sämtliche sichtbare Materie im Universum - nicht aber jene 96 Prozent der Gesamtmaterie, die unsichtbar oder «dunkel» ist.

Aufschluss werde die sorgfältige Vermessung der Wechselwirkung des neuen Bosons mit anderen Teilchen geben, die mehrere Jahre dauern könnte, schrieb das Cern. (wid/sda)

Erstellt: 06.03.2013, 21:27 Uhr

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