Bund vergibt den Energie-Oscar

Das Bundesamt für Energie kürt die innovativsten Energiespar-Projekte mit dem Watt d'Or. Der Preis geht an Spartipps für Wäschereien und eine Speicherpumpe – sowie ein energieproduzierendes Wohnhaus.

Wo viel Energie verbraucht wird, besteht auch Sparpotential: Eine Wäscherei. (Archivbild)

Wo viel Energie verbraucht wird, besteht auch Sparpotential: Eine Wäscherei. (Archivbild) Bild: Keystone

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Zum achtem Mal zeichnet das Bundesamt für Energie (BFE) innovative Ideen zum Energiesparen mit dem Watt d'Or aus. Die Trophäen in Form einer riesige Schneekugel küren unter anderem ein Energiespar-Handbuch für Wäschereien und eine neue Speicherpumpe für Wasserkraftwerke.

Wo viel Energie verbraucht wird, kann auch viel eingespart werden. So etwa in der Textilreinigung. Mit einem Watt d'Or ausgezeichnet wird dieses Jahr ein Handbuch, das mit zahlreichen leicht verständlichen Tipps vor allem den kleinen Wäschereien beim Energiesparen helfen soll. Das Projekt «RessEff» stammt vom Verband Textilpflege Schweiz und gewann in der Kategorie Gesellschaft.

Speicherpumpe ausgezeichnet

Mit neuer Technologie für Pumpspeicherkraftwerke machte die Kraftwerke Oberhasli AG aus Innertkirchen BE in der Kategorie Energieeffizienz das Rennen. Sie erhält den Watt d'Or für das Projekt «Varspeed», der weltweit leistungsstärksten Speicherpumpe, wie das BFE mitteilte. Mit einer Leistung von 100 Megawatt sei diese so stark wie 1000 Personenwagen. Zwei solcher Pumpen sind bereits im Wasserkraftwerk Grimsel 2 in Betrieb.

In der Kategorie Erneuerbare Energien räumt die Photovoltaik-Zelle der glass2energy ag aus Villaz-St-Pierre den Preis ab. Die durchsichtige Zelle erzeugt mittels einer technischen Photosynthese selbst bei diffusem Licht Strom – ähnlich wie die Pflanzen, bei denen die Photosynthese auch bei schwachem Licht läuft. Die Zellgewebe seien attraktiv gestaltet und könnten auf Möbel, Wände und Fenster aufgezogen werden, schreibt das BFE.

Energieproduzierendes Haus

Für ihren Erdgas-Diesel-Hybrid Motor erhält das Institut für Dynamische Systeme und Regelungstechnik der ETH Zürich den Watt d'Or für Energieeffiziente Mobilität. Der Motor sei so effizient, dass er nur halb so viel CO2 ausstosse wie herkömmliche Motoren, nämlich rund 56 Gramm pro Kilometer. Das entspricht laut dem BFE einem Verbrauch von 2,4 Liter auf 100 km.

Weiter erhalten die Erbauer eines Minenergie-A-ECO-Mehrfamilienhauses im Zentrum von Kriens LU einen Watt d'Or. Das Haus produziert übers Jahr mehr Energie, als es selbst verbraucht, begründet die Jury den Entscheid. Die BFE-Trophäe für «Gebäude und Raum» geht an die Bauherrschaft Marie-Theres und Markus Portmann und das Architekturbüro aardeplan ag aus Baar.

Die Auszeichnung Watt d'Or ist nicht mit Geld dotiert. Ziel des 2006 geschaffenen Preises ist es, die prämierten Energiesparprojekte der Öffentlichkeit, Wirtschaft und Politik bekannt zu machen. Zu den fünf Kategorien waren 65 Bewerbungen eingegangen. (chk/sda)

Erstellt: 09.01.2014, 06:00 Uhr

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