Small Talk

«Die Freude war riesig»

Der Maturand Elias Hampp erklärt, wie aus seinem Frust über verwackelte Videos eine preisgekrönte Idee entstand.

Seine Erfindung hat in einem Rucksack Platz: Elias Hampp.

Seine Erfindung hat in einem Rucksack Platz: Elias Hampp.

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Sie haben eine Kamerahalterung entwickelt, die wackelfreie Videos ermöglicht. Gibt es solche Geräte nicht schon?
Doch, aber diese werden vor allem von professionellen Filmschaffenden ein­gesetzt. Sie sind für grosse Kameras entworfen worden, schwer und unhandlich. Für mich als Maturanden sind sie zudem viel zu teuer. Meine Halterung ist für eine kleine Gopro-Kamera konzipiert und hat in einem Rucksack Platz.

Woher kam die Idee?
Filmen und schneiden ist schon länger ein Hobby von mir. Ausserdem fahre ich Ski. Es hat mich immer gestört, dass meine Gopro-Videos von der Skipiste unbrauchbar waren. Im Internet fand ich kein passendes Gerät, welches meinen Ansprüchen gerecht wurde. Deshalb beschloss ich, im Rahmen meiner Maturarbeit selber eine kompakte und leichte Handkamerahalterung für die Gopro zu entwickeln.

Wie sind Sie vorgegangen?
Ich habe insgesamt vier Prototypen gebaut. Alle waren simpel. Ich arbeitete mit Holz, Metall und Plastik. Die idealen Hilfsmittel fehlten mir, weil ich alles von zu Hause aus machte. Auch der letzte Prototyp ist noch sehr einfach gebaut, funktioniert aber trotzdem super. Unterdessen habe ich die einzelnen Teile auch in einem 3‑D-Programm konstruiert. Die 3‑D-Ausdrucke sind gerade angekommen. Die muss ich noch testen.

Wie haben Sie denn die vier Prototypen getestet?
Ich habe anstelle der Gopro mein Smartphone auf die Handkamerahalterung montiert. Dann bin ich zuerst normal gegangen, anschliessend von einer kleinen Mauer gesprungen und am Schluss noch gerannt. Eine App auf dem Smartphone zeichnete die Beschleunigung auf und wandelt sie in eine Kurve um, die es ­ermöglichte, die vier Prototypen mit­einander zu vergleichen.

Das klingt nach viel Arbeit. Hätten Sie manchmal am liebsten aufgegeben?
Das nicht, obwohl es am Anfang schon mühsam war. Nichts klappte, wie ich es mir erhofft hatte. Aber mit der Zeit ­kamen die kleinen und immer grösseren Fortschritte. Als der letzte Prototyp funktionierte, war die Freude natürlich riesig.

Ihre Arbeit wurde am Nationalen Wettbewerb der Stiftung «Schweizer Jugend forscht» mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Haben Sie damit gerechnet?
Überhaupt nicht. Ich habe meine Arbeit erst kurz vor Einsendeschluss eingereicht. Dass ich jetzt sogar einen Sonderpreis gewonnen habe, freut mich natürlich sehr.

Der Sonderpreis ermöglicht es Ihnen, Ihre Arbeit im Februar in Taipeh an der «Taiwan International Science Fair» vorzustellen. Ist die Freude oder die Nervosität grösser?
Die Vorfreude ist gross, aber ich bin auch ein bisschen nervös. Es ist halt alles auf Englisch. Ich musste die Zusammenfassung der Arbeit und die Plakate übersetzen. Und natürlich muss ich auch die Präsentation auf Englisch ­halten. Sprachen gehörten in der Schule nie zu meinen Stärken. Aber irgendwie schaffe ich das schon.

Erstellt: 12.12.2014, 21:47 Uhr

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