Die Schweiz erhält eine Weltraummission

Die ESA lanciert eine Reihe neuer Weltraumprojekte. Die Universität Bern mit ihrem Satellit Cheops wurde von der Weltraumorganisation ausgewählt, die erste Mission zu leiten.

Wurde aus 26 Bewerbungen ausgewählt: Das Projekt der Uni Bern. (Quelle: Youtube.com)


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Ein Schweizer Weltraumprojekt unter der Leitung der Universität Bern hat den Zuschlag für die erste sogenannte S-class- Mission erhalten. Bereits ab 2017 soll ein Satellit namens Cheops Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems erforschen.

Mit den neuen S-class-Missionen will das Wissenschaftsprogramm der Europäischen Weltraumorganisation ESA innovative Forschende mit ausgeklügelten Ideen fördern, wie die Universität Bern heute mitteilte. Es geht darum, auch mit kleineren Missionen bedeutende Resultate zu liefern (das S in S-class steht für small).

Vor diesem Hintergrund haben die Vertreter der 19 ESA- Mitgliedsländer das unter Schweizer Leitung stehende Weltraumprojekt Cheops (CHaracterizing ExOPlanet Satellite) ausgewählt. Zur Wahl standen 26 Projektvorschläge.

Schweiz mit Pionierfunktion

Die Schweiz wird somit die erste Nation sein, welche die Hauptverantwortung für eine «S-class»-Weltraummission gemeinsam mit dem ESA-Wissenschaftsprogramm übernimmt. Zum siegreichen Konsortium gehören neben der Universität Bern auch die Universität Genf sowie das Swiss Space Center der EPFL und die ETH Zürich.

Ausserdem sind jetzt schon fünf weitere europäische Nationen an der Mission beteiligt: Belgien, Grossbritannien, Italien, Österreich und Schweden. Kooperationen mit weiteren Ländern stehen noch offen.

Entsprechend den Richtlinien sollen die neuen Missionen innert vier Jahren nach Projektannahme realisiert werden. Bei grösseren und teureren Missionen sind 10 Jahre üblich.

«Günstige» Mission

Zudem dürfen die S-class-Missionen höchstens 150 Millionen Euro kosten, wobei die ESA maximal 50 Millionen Euro beisteuert. Das Schweizer Weltraumprojekt Cheops soll noch deutlich weniger kosten. Hier werden die Projektkosten zu je einem Drittel vom Wissenschaftsprogramm der ESA, von der Schweiz sowie den übrigen beteiligten Nationen getragen.

Cheops ist ein kleiner Satellit, der rund 200 Kilogramm wiegt und ein Teleskop von 30 Zentimeter Durchmesser und eineinhalb Meter Länge trägt. Er soll in eine erdnahe Umlaufbahn geschossen werden, wo er in 800 Kilometer Höhe über der Tag-Nacht-Grenze kreisen wird. Von dort aus wird er über dreieinhalb Jahre etwa 500 helle Sterne beobachten und ihre Planeten charakterisieren. (mrs/sda)

Erstellt: 19.10.2012, 17:47 Uhr

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