Drohne kollidiert beinahe mit Passagierjet

Zwei Meter trennten den Airbusflügel von der Drohne: Ein unbemanntes Fluggerät der deutschen Bundeswehr stiess fast mit einem Flugzeug zusammen. Ein Video vom Vorfall über Kabul ist im Netz aufgetaucht.

Rund hundert Passagiere befanden sich an Bord des Airbus: Bilder der Beinahe-Kollision. (Quelle: liveleak.com/Youtube)


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Die Begegnung dauerte nur wenige Sekunden, doch beinahe hätte sie in einer Katastrophe geendet: Eine Drohne der deutschen Bundeswehr verfehlte ein Passagierflugzeug der afghanischen Fluggesellschaft Ariana nur um zwei Meter.

Der Vorfall ereignete sich laut «Spiegel online» 2004 über der afghanischen Hauptstadt Kabul. Die Drohne des Typs Luna kam dabei der linken Tragfläche eines Airbus A300 gefährlich nahe. Das Flugzeug mit hundert Passagieren an Bord befand sich gerade im Landeanflug.

Drohne stürzte über Kabul ab

Der Untersuchungsbericht zum Vorfall wurde laut «Spiegel online» von der Bundeswehr als geheim eingestuft. Ebenso Videoaufnahmen der Drohnenkamera. Dennoch tauchte ein kurzer Ausschnitt auf Youtube auf. Dieser zeigt, wie die 40 Kilogramm schwere Drohne nur knapp unterhalb des linken Flügels am Triebwerk des Passagierjets vorbeifliegt.

Laut Informationen des Onlinemagazins geriet die Drohne danach in den Wirbel des Airbus und stürzte über Kabul ab. Die Trümmer wurden nie geborgen.

Debatte um Antikollisionssystem

Die Bundeswehr setzt die Drohne Luna seit zehn Jahren ein. Sie ist 2,3 Meter lang, die Spannweite ihrer Flügel misst etwas über vier Meter. Das Fluggerät wird von einem Katapult aus gestartet und dann mit einem kleinen Motor angetrieben. Aus der Luft kann der Flieger sechs bis acht Stunden lang Videoaufnahmen übermitteln.

Auch wenn der Vorfall von Kabul glimpflich ausging, Auswirkungen wird er haben: Derzeit tobt in Deutschland eine Debatte über die Beschaffung von Aufklärungsdrohnen. Seit rund zwölf Jahren wird daran gearbeitet, die Bundeswehr mit solchen auszurüsten. Vor knapp einem Monat sagte Deutschlands Verteidigungsminister Thomas de Maizière das deutsch-amerikanische Gemeinschaftsprojekt Euro Hawk jedoch ab.

Dem Euro Hawk fehlte bisher nämlich ein Antikollisionssystem. Für eine Zulassung in Europa ist ein solches jedoch Pflicht. De Maizière liess das Projekt stoppen, weil die Kosten für den nachträglichen Einbau eines Antikollissionssystems enorm wären. In Armeekreisen wird laut «Spiegel online» nun das Beinahe-Unglück von Kabul als Argument für die zwingende Nachrüstung des Euro Hawk verwendet. (kpn)

Erstellt: 04.06.2013, 12:39 Uhr

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