Video

Ein Zimmer aus dem 3-D-Drucker

Forscher der ETH Zürich reizen die 3-D-Druckertechnologie aus. Sie präsentieren einen komplett aus künstlichem Sandstein gedruckten Raum.

Die Herstellung eines Zimmers mittels 3-D-Druckverfahren (Video: www.digital-grotesque.com).


Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Zwei Forscher der ETH Zürich fallen mit einem aussergewöhnlichen Projekt auf. Sie formten einen Raum, der durch ein 3-D-Druckverfahren entstand: 16 Quadratmeter gross, über 3 Meter hoch.

Dabei haben Michael Hansmeyer und Benjamin Dillenburger laut einer Mitteilung auf der Website «ETH Life» einen Spezialdrucker verwendet, der normalerweise Gussformen für komplexe Metallteile herstellt. Während des Druckverfahrens trägt der Drucker den Sand Schicht um Schicht auf und fixiert ihn mit einem speziellen Bindemittel an den dafür vorgesehenen Stellen. Nach der letzten Schicht wird der überschüssige Sand abgesaugt – und fertig ist das Sandsteinelement. Mit diesem Verfahren haben die beiden ETH-Forscher 64 einzelne Sandsteinblöcke mit einem Gewicht von insgesamt 9 Tonnen verarbeitet. Das Projekt Digital Grotesque des Instituts für Technologie in der Architektur an der ETH Zürich wird derzeit an der Ausstellung «Archilab 2013» im Frac Centre in Orléans gezeigt.

Bereits kommerziell verwendet

Grundsätzlich können 3-D-Drucker jede erdenkliche Form aufbauen. Diese Freiheit machten sich die beiden Forscher zunutze und kreierten eine Oberfläche mit feinsten Ornamenten in der Grössenordnung von Mikrometern. Ein solch komplexer Entwurf kann nicht mehr von Hand geformt werden, sondern entsteht maschinell durch komplizierte Algorithmen. Diese errechnen eine Geometrie, die mit ihren über 260 Millionen Facetten an die Grenzen dessen stösst, was visuell wahrnehmbar ist. «Mit diesen filigranen Strukturen zeigen wir, dass die Gestaltungsmöglichkeiten einer digital gefertigten Wand schier unbegrenzt sind», erklären die Wissenschaftler auf «ETH Life».

Das 3-D-Druckverfahren verändert das heutige Verständnis von Produktionsprozessen radikal. Von einer breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt wird das 3-D-Druckverfahren bereits in vielen Bereichen – von der Luft- und Raumfahrt über die Verpackungsindustrie bis zum Maschinenbau – kommerziell eingesetzt. Sogar künstliche Haut und Knochen können 3-D-Drucker heute produzieren. Und mit den stark gesunkenen Preisen für die Geräte wird die Technologie sogar im Heimgebrauch eine Option. Besitzt man einen solchen Drucker, kann man sich auf Websites wie Thingiverse.com gratis Pläne für alltägliche Gegenstände wie Tassen, Früchteschalen oder Kleiderhaken herunterladen und sogleich ausdrucken. Die Zürcher Forscher sind nicht die einzigen, die sich mit den Möglichkeiten des 3-D-Druckverfahrens in der Architektur beschäftigen. So plant zum Beispiel die in England angesiedelte Firma D-Shape, die kommerzielle Nutzung des Verfahrens für ganze Häuser anzuwenden.

Erstellt: 21.10.2013, 16:32 Uhr

Artikel zum Thema

Die Nasa schickt einen 3-D-Drucker ins All

Bislang mussten Astronauten für ihre Arbeit in der Schwerelosigkeit das Werkzeug von der Erde mitnehmen. Dies soll sich nun ändern. Mehr...

3-D-Drucker stellt Haut für verletzte Kinder her

Am Kinderspital Zürich entwickelt ein Team eine Haut mit patienteneigenen Zellen. Diese könnte Kindern mit schweren Verbrennungen transplantiert werden. Mehr...

So drucken Schweizer in 3-D

Die Hightech-Werkstatt Fablab in Luzern hat sich zum Ziel gesetzt, bahnbrechende Erfindungen zu entwickeln. Nun scheint ihr der grosse Wurf gelungen zu sein. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Kommentare

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Herbstlich gefärbte Weinberge: Winzer arbeiten in Weinstadt, im deutschen Baden-Württemberg. (17. Oktober 2019)
(Bild: Christoph Schmidt/DPA) Mehr...