Erste schwimmende Solaranlage im Gebirge installiert

Im Wallis läuft ein Pilotprojekt an: Ein Stausee soll gleich doppelt zur Stromgewinnung genutzt werden.

Am Projekt wird seit 2013 gearbeitet, diese Woche werden die Anlagen installiert. (Video: Tamedia)

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Romande Energie testet im Wallis die erste schwimmende Solarenergieanlage im Gebirge. Das Westschweizer Energieunternehmen hat diese Woche mit der Installation der Testanlage beim Stausee Lac des Toules im Val d’Entremont begonnen, der sich auf 1810 Metern über Meer befindet. Versuche haben gezeigt, dass auf dieser Höhe 50 Prozent mehr Sonnenenergie generiert werden kann als im Flachland. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die dünnere Luftschicht und die dadurch höhere UV-Strahlung. Ausserdem reflektiert der Schnee im Winter das Licht.

Falls das Pilotprojekt auf dem Stausee Lac des Toules beim Grossen St. Bernhard erfolgreich ist, soll ab 2021 Strom für über 6000 Haushalte erzeugt werden. Dafür ist ein Vollausbau auf einer Fläche von gut einem Drittel des Sees vorgesehen. Der Stausee in den Walliser Alpen eignet sich laut Romandie Energie unter anderem deshalb gut für das Pilotprojekt, weil er nach Süden ausgerichtet ist. Die Investitionskosten belaufen sich auf 2,35 Millionen Franken. Das Projekt wird vom Bundesamt für Energie unterstützt.

Lohnen sich Solaranlagen im Gebirge?

Die Anlage besteht aus einem Teppich von 36 Fotovoltaikelementen, die im Seegrund verankert sind und sich mit dem Seespiegel heben und senken. Die Module bedecken eine Fläche von 2240 Quadratmetern und sollen momentan 800'000 Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren. Dies entspricht dem Jahresverbrauch von 220 Haushalten. Neben der technischen Machbarkeit will Romande Energie auch die Frage klären, ob sich schwimmende Solarenergieanlagen bei den vor allem im Winter schwierigen Wetterbedingungen im Gebirge auch finanziell rechnen. (ajs/sda)

Erstellt: 10.10.2019, 09:44 Uhr

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