Schweizer Physik-Nobelpreisträger Heinrich Rohrer ist tot

Er gilt als einer der Väter der Nanotechnologie: Der Schweizer Heinrich Rohrer. Für das Rastertunnelmikroskop erhielt er zusammen mit Gerd Binnig 1986 den Nobelpreis für Physik. Nun ist er 79-jährig gestorben.

«Ich war interessiert und neugierig»: Heinrich Rohrer spricht 2011 anlässlich der Eröffnung des Nanotechnology Center in Rüschlikon ZH.

«Ich war interessiert und neugierig»: Heinrich Rohrer spricht 2011 anlässlich der Eröffnung des Nanotechnology Center in Rüschlikon ZH. Bild: Keystone

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Heinrich Rohrer, einer der Väter der Nanotechnologie, ist tot. Der Schweizer Nobelpreisträger verstarb am vergangenen Donnerstag nach langer Krankheit im 80. Altersjahr zu Hause in Wollerau SZ, wie die Familie mitteilte.

Heinrich Rohrer wurde am 6. Juni 1933 in Buchs im St. Galler Rheintal geboren, als Bruder einer Zwillingsschwester, die eine halbe Stunde vor ihm zur Welt gekommen war. Er studierte Physik an der ETH Zürich, wo er sein Studium mit einer Dissertation zum Thema «Druck- und Volumeneffekte in der Supraleitung» abschloss.

Grundstein für die Nanotechnologie

Nach Studien- und Forschungsjahren im In- und Ausland kam er 1963 ans IBM-Forschungszentrum in Rüschlikon ZH. Dort erforschte er kleinste Fehler auf der Oberfläche von Silizium-Kristallen, die einer weiteren Miniaturisierung von Computerchips im Wege standen. 1978 holte Rohrer den deutschen Physiker Gerd Binnig nach Rüschlikon, weil dieser auf demselben Gebiet forschte.

Gemeinsam bauten sie das Rastertunnelmikroskop. Mit diesem Instrument liessen sich erstmals die kleinsten Teilchen – Atome und Moleküle – sichtbar machen, neu arrangieren und erforschen. Rohrer und Binnig schufen damit den Grundstein für die Nanotechnologie. Für ihre Erfindung erhielten sie 1986 den Nobelpreis für Physik.

«Physiker war nicht mein Kindertraum»

Nach der Auszeichnung als 19. Schweizer Nobelpreisträger sagte Rohrer in einem Interview, er habe längere Zeit nicht gewusst, was er studieren wolle. Schlussendlich habe er sich aber mit einiger Überzeugung für ein naturwissenschaftliches Studium entschieden. «Es war aber nicht so, dass Physiker mein Kindertraum war. Ich war vielmehr mehrfach interessiert und neugierig.» (kpn/sda)

Erstellt: 19.05.2013, 15:01 Uhr

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