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«Unsere Testkatze schlich davon»

Alan Ellenberger sagt, warum sein GPS-Katzenhalsband sogar eine Katzendetektivin begeistert hat.

«Mehr als ein Fulltime-Job»: Katzenfreund Alan Ellenberger hat selber keine Katze, da er eine Allergie hat. (Foto: PD)

«Mehr als ein Fulltime-Job»: Katzenfreund Alan Ellenberger hat selber keine Katze, da er eine Allergie hat. (Foto: PD)

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Warum braucht die Welt ein GPS-Katzenhalsband?
Jedes Jahr gehen Tausende von Katzen verloren, sie stecken irgendwo fest, verletzen oder verstecken sich. Sie kommen nicht nach Hause und brauchen Hilfe, die sie oft nicht oder erst zu spät erhalten. Betroffene Katzenbesitzer leiden unter dem Verlust des geliebten «Büsi». Mithilfe unseres GPS-Halsbandes kann man die Streuner stets lokalisieren.

Ihr Halsband gibt Auskunft über die Aufenthaltsorte und die zurückgelegten Wege der Katze. Haben Sie in Ihren Tests auch Überraschendes über die Gewohnheiten der Katzen erfahren?
Wir haben zum Beispiel herausgefunden, dass unsere Testkatze tatsächlich etwa 100 Meter weiter in ein anderes Haus schleicht, dort übernachtet und wahrscheinlich auch gefüttert wird. Da nützt das teure Diätfutter nicht besonders viel.

Welche Rolle spielen Katzen in Ihrem persönlichen Leben?
Ich mag Katzen unheimlich gerne. Selber besitze ich aber keine eigene, da ich eine Katzenhaar-Allergie habe. Aber im Büro besuchen mich immer täglich mehrere Katzen aus der ganzen Nachbarschaft.

Könnte das Halsband auch für Tierforscher interessant sein, welche das Verhalten von Katzen untersuchen?
Wir sind tatsächlich von der führenden Katzendetektivin der USA kontaktiert worden. Ja, so etwas gibt es wirklich. Sie ist begeistert von unserem Halsband, da das GPS die zurückgelegten Strecken präzise aufzeichnet und dadurch das Verhalten jeder einzelnen Katze genau analysiert werden kann.

Gab es gegenüber Ihrer Erfindung auch Kritik?
Die Diskussion, inwiefern Handystrahlung schädlich ist, wird schon seit langem diskutiert. Ein Mensch kann darüber frei entscheiden – eine Katze nicht. Deshalb haben wir uns gegen eine Lösung via Mobilfunk entschieden und für die über 100-mal strahlungsärmere Lösung via Funk. Diese kann bedenkenlos für Katzen eingesetzt werden.

Über welche Kanäle wollen Sie das Halsband in Zukunft vertreiben?
Wir werden uns nach der Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo definitiv für einen Vertriebsweg entscheiden. Es gibt Interessenten wie Tierärzte oder Tierheime, welche unser Halsband gerne verkaufen würden. Aber wir haben auch eine konkrete Anfrage eines grossen Onlinevertreibers. Unsere Lage ist also relativ bequem – wir haben die Qual der Wahl.

Bis jetzt haben Sie bereits mehr als eine Million Franken in das Projekt investiert. Woher haben Sie als Jungunternehmer so viel Geld?
Dank persönlichen Einschränkungen und einem unerschütterlichen Glauben an den Erfolg ist es mir gelungen, private Investoren für das Projekt zu begeistern.

Ist die Entwicklung des Katzenhalsbandes für Sie ein Hobby oder ein Fulltime-Job?
Mehr als ein Fulltime-Job!

Erstellt: 02.01.2015, 18:39 Uhr

Alan Ellenberger

Der 31-Jährige ist Geschäftsfüher von Pet Tracer AG. Seit 2010 verfolgt er sein Ziel, ein GPS-Katzenhalsband zu entwickeln. Mehr Informationen unter:
www.pettracer.com

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