«Wie konnten die nur so etwas bauen»

Schneller als eine Gewehrkugel, viel schneller, flog die SR-71 sowjetischen Jägern und Raketen davon. Die «Blackbird» wird 50. Sie war ein Spion – gebaut aus einem Material, das ausgerechnet der Gegner lieferte.

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London–New York in unter zwei Stunden, das schafft doch kein Flugzeug. Eines schon, die SR-71. Der Wundervogel der CIA ist bis heute das schnellste Flugzeug der Welt. Jetzt wird das Rekordflugzeug namens «Blackbird» 50.

Das heisst, eigentlich wurde es nur 34, denn seit 1998 fliegen die seltsam geformten Jets aus den Anfängen der Tarnkappentechnologie nicht mehr. Bis dahin hatte das Flugzeug aber Dutzende Rekorde aufgestellt, von denen die meisten noch bestehen.

Etwa der als schnellstes Flugzeug der Welt. Mach 3,36, also die gut 3,3-fache Schallgeschwindigkeit, erreichte das Flugzeug. Und im Gegensatz zur sowjetischen Konkurrenz konnte das Flugzeug die sogar halten. In Kilometern je Stunde sind das mehr als 3500, also fast 1 Kilometer pro Sekunde.

«Blackbird» in Aktion. (Quelle: Youtube)

Ursprünglich sollte das Flugzeug mal ein Jäger werden, aber letztlich wurde daraus ein Spion, der jedem davonfliegen konnte. Mit der hohen Geschwindigkeit und der Dienstgipfelhöhe von etwa 25 Kilometern war sie unerreichbar für Raketen und Jäger. Für Flugabwehrkanonen sowieso, das Flugzeug war schneller als eine Kugel.

Entsprechend wurde auch nie eine SR-71 abgeschossen. Allerdings: Von gerade einmal 32 gebauten verunglückten 12, weil das Flugzeug extrem schwer zu fliegen war. Bis auf einen Beobachter kam dabei niemand ums Leben.

«Das Ding war der Gipfel»

«Bei Mach 3 musste man eine Maschine bewältigen, die am Rande ihrer Kontrollfähigkeit war», zitiert das «Smithsonian Magazine» Terry Pappas, einen von nur 86 sorgsam ausgewählten Piloten, die je den Wundervogel flogen. «Das Adrenalin kocht die ganze Zeit. Das ist auch der Grund, warum man nach einem dreieinhalb Stunden langen Flug völlig fertig war.» Während vorn der Pilot schwitzte, fotografierte dahinter der Aufklärungsoffizier über der Sowjetunion oder Vietnam.

Dabei waren die Piloten von Anfang an skeptisch. «Das Ding war der Gipfel», sagt Pappas. «Wenn man es das erste Mal sieht, dann fragt man sich, wie die so etwas bauen konnten.» Der breite Rumpf, die lange Nase, die gewaltigen Turbinen – kein Wunder, dass Hollywood sich gern an der seltsamen Konstruktion bediente, die als eine der ersten Stealth-Technologien verwirklicht wurde, um Radarstrahlen zu entkommen.

Titan aus der Sowjetunion

Gebaut war die SR-71 wie ihr Vorgängerzwilling A-12 übrigens aus Titan. Das Material ist leicht und stabil, wie geschaffen für ein Flugzeug, dessen Aussenhaut allein von der Luftreibung deutlich über 400 Grad Celsius heiss wird.

Dummerweise ist Titan schwer zu verarbeiten, teuer – und war im Kalten Krieg kaum zu bekommen. Die CIA beschaffte es auf Umwegen heimlich in dem Land, in dem es die grössten Titanvorkommen gibt: Nichts ahnend verkaufte ausgerechnet die Sowjetunion für gute Devisen Titan für das Flugzeug, das sie später ausspionierte. (ldc/sda)

Erstellt: 21.12.2014, 11:57 Uhr

Das Aufklärungsflugzeug SR-71

Die amerikanische Militärmaschine Lockheed SR-71 «Blackbird» gilt als das schnellste Flugzeug der Welt. Der Spionagejet hatte seinen Jungfernflug im Dezember 1964. Die US Air Force setzte ihn von 1966 bis in die 1990er-Jahre zur Aufklärung ein.

Die von Turbinentriebwerken beschleunigte SR-71 erreichte mehr als die dreifache Schallgeschwindigkeit und konnte in einer extremen Höhe von etwa 25 Kilometern fliegen. Die Maschine ist 32,7 Meter lang und hat eine Flügelspannbreite von 16,9 Metern.

Insgesamt wurden 32 Maschinen dieses Typs gebaut, 12 gingen bei Unfällen verloren. Die übrigen stehen heute in Museen. (SDA)

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