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Atommüll: Geologe stellt Schweizer Konzept infrage

Experte Marcos Buser hält die Tiefenlager-Pläne für unrealistisch. Er fordert ein neues, sichereres Zwischenlager als in Würenlingen.

Zentrales Zwischenlager in Würenlingen: Gelbe Endlagerfässer für schwach- und mittelaktiven Abfall, bereit für den Transport in die Lagerhalle. Foto: Gaëtan Bally, Keystone
Zentrales Zwischenlager in Würenlingen: Gelbe Endlagerfässer für schwach- und mittelaktiven Abfall, bereit für den Transport in die Lagerhalle. Foto: Gaëtan Bally, Keystone

Marcos Buser hat den Glauben an ein Tiefenlager für hoch radioaktiven Abfall, wie es die Schweiz bauen will, verloren. Der Geologe war Mitglied der Expertengruppe Ekra, die Anfang der Nullerjahre das Konzept der geologischen Tiefenlagerung entwickelte, das heute im Kernenergiegesetz verankert ist.

Nun distanziert er sich von diesem Vorgehen. Das Ekra-Konzept sei durch die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) und das Bundesamt für Energie (BFE) «ausgehöhlt» worden. «Das Einlagern radioaktiver Abfälle in den Untergrund und deren Rückholung aus der Tiefe ist in Pilotanlagen unter reellen Bedingungen nachzuweisen, bevor überhaupt an die Umsetzung definitiver Untertagelösungen gedacht werden kann», schreibt er in seinem eben erschienenen Buch «Wohin mit dem Atommüll?». Mit der Option der Rückholbarkeit können die nächsten Generationen auf neue Technologien reagieren, die abgebrannten Brennelemente zur Energieerzeugung wiederaufbereiten oder weniger schädlich machen.

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