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Babylon im Stromnetz

Eine kleine Störung, und das europäische Stromnetz bricht zusammen. Wind- und Sonnenenergie machen die Stromversorgung verletzlicher. Energiespeicher könnten helfen, sind aber schwierig zu planen.

Von Martin Läubli

Nichts ist für die Netzbetreiber schlimmer, als die Kontrolle zu verlieren. Ihre höchste Strafe ist der Blackout. Lichter gehen aus, Maschinen stoppen, Züge bleiben stehen. Das passierte 2003 in Italien, 2006 in Westeuropa. Die Ursache war jeweils eine Kleinigkeit. Eine überlastete Übertragungsleitung in der Schweiz, Fehler von Netztechnikern in Norddeutschland. Die Konsequenzen jedoch waren hart: Als Italien vom europäischen Stromnetz getrennt wurde, dauerte es zweieinhalb Minuten – dann brach die Energieversorgung im ganzen Land zusammen. Ein totaler Blackout in der Schweiz kostet 8 bis 30 Millionen Franken – pro Minute. Mit diesen Zahlen rechnet das Bundesamt für Energie.

Noch sind solche Ausfälle in Europa Episoden. Dafür vollbringen die Netzbetreiber täglich einen Balanceakt. Produktion und Verbrauch müssen stetig im Gleichgewicht liegen, weil sich Strom im Netz nicht speichern lässt. Schon kleine Abweichungen von der Netzfrequenz (50 Hertz) bringen die Versorgung ins Wanken, Generatoren und Maschinen werden automatisch vom Netz getrennt.

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