Zum Hauptinhalt springen

Der Fels unter der Sondermülldeponie ist verseucht

Unter der Sondermülldeponie Kölliken muss tiefer gegraben werden als erwartet. Insgesamt könnten 30'000 Tonnen Gestein verseucht sein.

Heikle Aufgabe: Tausende von Tonnen Fels müssen in der Sondermülldeponie Kölliken abgetragen werden. (25. Juni 2015
Heikle Aufgabe: Tausende von Tonnen Fels müssen in der Sondermülldeponie Kölliken abgetragen werden. (25. Juni 2015
Ennio Leanza, Keystone
Die Arbeiten sind schwierig. Es darf nicht zu tief gegraben werden, sonst könnte die riesige Halle einstürzen.
Die Arbeiten sind schwierig. Es darf nicht zu tief gegraben werden, sonst könnte die riesige Halle einstürzen.
Ennio Leanza, Keystone
Der Blick aus näherer Umgebung.
Der Blick aus näherer Umgebung.
Ennio Leanza, Keystone
1 / 6

Bei der Sanierung der Sondermülldeponie in Kölliken (SMDK) ist man eigentlich davon ausgegangen, dass etwa ein Meter des gesamten Untergrunds entfernt werden müsse. Wie das Regionaljournal Aargau/Solothurn von Radio SRF berichtet, haben rund 200 Bohrungen jedoch andere Resultate ergeben. Benjamin Müller, Geschäftsführer der SMDK, erklärt, dass zwar nur 20 Prozent der Fläche ausgebaggert, dafür aber tiefer gegraben werden müsse.

Neuste Messungen haben ergeben, dass rund 30'000 Tonnen Gestein unter der ehemaligen Sondermülldeponie Kölliken verseucht wurden. Das giftige Material soll bis 2019 abgetragen werden.
Neuste Messungen haben ergeben, dass rund 30'000 Tonnen Gestein unter der ehemaligen Sondermülldeponie Kölliken verseucht wurden. Das giftige Material soll bis 2019 abgetragen werden.
Keystone
Im Jahr 1978 wird in einer ehemaligen Tongrube im Kanton Aargau die Sondermülldeponie Kölliken eröffnet. Eingelagert werden die giftigsten Chemieabfälle. (1978)
Im Jahr 1978 wird in einer ehemaligen Tongrube im Kanton Aargau die Sondermülldeponie Kölliken eröffnet. Eingelagert werden die giftigsten Chemieabfälle. (1978)
Sondermülldeponie Kölliken
Bis Mitte 2019 sollte die Halle abgebaut und das verseuchte Gebiet vollständig geräumt sein. Laut Geschäftsführer kann der Zeitplan eingehalten werden.
Bis Mitte 2019 sollte die Halle abgebaut und das verseuchte Gebiet vollständig geräumt sein. Laut Geschäftsführer kann der Zeitplan eingehalten werden.
Keystone
1 / 14

Betroffen seien vor allem Stellen mit Sandstein. An gewissen Orten sei die Verschmutzung bis zu fünf Meter tief. «Man kann beim Abbau nun deutlich sehen, dass sich dieses Gestein schwarz verfärbt hat, obwohl es eigentlich braun sein müsste», sagt Müller dem Regionaljournal.

Neue Sondierbohrungen geplant

Ein weiteres Problem könnte demnach mit der Statik der riesigen Abbauhalle auftauchen. Tiefer als fünf Meter darf nämlich nicht gegraben werden, sonst droht das Gebäude einzustürzen. Sollte der Fels noch tiefer verseucht sein, müsste er gemäss Müller zu einem späteren Zeitpunkt saniert werden. Eine Möglichkeit bestünde, die Grube mit Erde aufzufüllen, die Halle abzubauen und danach mit Bohrungen das verseuchte Felsmaterial hervorzubringen.

Die Betreiber planen im Februar des nächsten Jahres weitere Sondierbohrungen, die deutlich tiefer gehen sollen. Danach könne man weiterplanen. Bei der SMDK herrscht Zuversicht, dass weiter unten kein Gift mehr entdeckt wird. Gemäss dem Bericht des Regionaljournals habe die Verseuchung des Gesteins keinen Einfluss auf die Finanzierung der Sanierung. Man habe immer damit gerechnet, dass der Untergrund überholt werden müsse, meint Müller. Wohl zu Beginn des Jahres 2018 würde die weisse Halle abgebaut. Man sei immer noch im Zeitplan und habe noch ein halbes Jahr Reserve, erklärt der Geschäftsführer der SMDK.

Zürcher und Aargauer werden zur Kasse gebeten

Die Sanierungs- und Rückbauarbeiten müssen vor allem die Steuerzahler der Kantone Aargau und Zürich finanzieren. Die Kantone sind zu je 41,6 Prozent am 1976 gegründeten SMDK-Betriebskonsortium beteiligt.

Mit je 8,3 Prozent partizipieren ferner die Stadt Zürich und die Basler Chemie. Die gesamten Kosten für die Beseitigung der Altlast werden sich auf knapp 900 Millionen Franken belaufen – mehr als anfänglich budgetiert.

SDA/fal

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch