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Der Vulkan ist angezapft

In Island haben Geologen 4,7 Kilometer weit in die Tiefe gebohrt. Es könnte der Weg zu einer völlig neuen Energiequelle sein.

Der Bohrturm des Iceland Deep Drilling Project auf der isländischen Halbinsel Reykjanes sieht von weitem aus wie eine herkömmliche Anlage, mit der nach Öl oder Gas gesucht wird. Foto: Statoil
Der Bohrturm des Iceland Deep Drilling Project auf der isländischen Halbinsel Reykjanes sieht von weitem aus wie eine herkömmliche Anlage, mit der nach Öl oder Gas gesucht wird. Foto: Statoil

Dieser Thor ist keine nordische Gottheit. Er ist ein Bohrturm. Er steht auf der ­Reykjanes-Halbinsel, einem Teil Islands, wo etwa alle 1000 Jahre ein Vulkan ausbricht. Äusserlich gleicht der Bohrturm anderen Anlagen, die nach Öl und Gas suchen: ein 140 Meter hohes Ungetüm aus weiss lackiertem, etwas rostigem Stahl, daran befestigten Leitungen und einer Bühne zum Herablassen von Rohren. Thor soll ein Loch graben, fast fünf Kilometer tief ins schwarze Basaltgestein der Halbinsel. Zwar gibt es schon viele Hundert Bohrlöcher auf der Vulkaninsel. Diese zapfen bislang aber nur das natürliche warme Wasser im Untergrund an. Das neue Loch ist ein technisches Wagnis: Nie zuvor stiessen Ingenieure so tief in eine derart heisse Region der Erdkruste vor.

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