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Die Methanol-Revolution

Chemie-Nobelpreisträger George Olah plädierte vor Jahren erfolglos für Methanol als Energieträger. Nun nimmt ein Schweizer sein Konzept auf. Die Energiewende könnte ihm helfen.

Treibende Kräfte hinter der Renaissance des Wasserstoffs: Der Chemiker George Olah (gr. Bild) und der Ingenieur Urs Weidmann.
Treibende Kräfte hinter der Renaissance des Wasserstoffs: Der Chemiker George Olah (gr. Bild) und der Ingenieur Urs Weidmann.
zVg, Reuters

Er wäre ein guter Verkäufer. Er redet schnell und überzeugend. Urs Weidmann hat jahrelange Erfahrung im Bankgeschäft, doch eigentlich ist er promovierter Elektroingenieur der ETH Zürich. In den 80er-Jahren suchte er am Paul-Scherrer-Institut (PSI) in Villigen nach neuen synthetischen Brennstoffen. Heute will er einer fast vergessenen Flüssigkeit zum Durchbruch verhelfen. Sein Wundermittel heisst Methanol: Es zählt zur Stoffklasse der Alkohole, ist farblos, gefriert bei minus 98 Grad Celsius, siedet bei 65 Grad, ist bedeutend weniger explosiv als Benzin – und hat keine giftigen Emissionen. Den Beweis liefert Weidmann mit einem einfachen Experiment im Sitzungszimmer der Firma Silent-Power AG in Cham. Er giesst einige Tropfen Methanol auf den Tisch und zündet sie an. Der Alkohol verbrennt langsam, es gibt praktisch keine sichtbare Flamme. «Methanol verbrennt vollständig, kein Russ, kein Schwefel, emissionsarm», sagt Weidmann. Zurück bleibt ein feiner Film destillierten Wassers, neben dem CO2 das einzige Verbrennungsprodukt.

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