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Ein himmlisches Bild vom Fermi-Teleskop

Das neue Weltraumteleskop der Nasa hat seine Arbeit erfolgreich begonnen. Das Hightech-«Fernrohr» funkte erste Daten vom Kosmos im Licht der energiereichen Gammastrahlung zur Erde.

Interstellares Panorama: Das erste Bild des neuen Teleskops entstand mit einer Belichtungszeit von etwa vier Tagen.
Interstellares Panorama: Das erste Bild des neuen Teleskops entstand mit einer Belichtungszeit von etwa vier Tagen.
Max-Planck-Institut für Astrophysik/Nasa

Das Himmelspanorama zeigt Gas und Staub der Milchstrasse als hell leuchtendes Band sowie einzelne, starke Quellen kosmischer Gammastrahlung, wie die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa heute in Washington mitteilte. Gammastrahlung ist für das blosse Auge unsichtbar und stammt beispielsweise von ausgebrannten Sternen, aus gigantischen Schwarzen Löchern und, möglicherweise, auch von der rätselhaften «Dunklen Materie».

Die Milchstrasse, Pulsare und ein Blazar

Das deutsche Max-Planck-Institut für Astrophysik in München, das an den Auswertungen der Bilddaten beteiligt ist, publizierte eine ausführliche Erläuterung der ersten Aufnahme. Es handelt sich um ein Abbild des gesamten Himmels, auf dem man das leuchtende Band der Milchstrasse, blinkende Pulsare und ferne Galaxien erkennt. Die neue Aufnahme sei in einer Belichtungszeit von 95 Stunden entstanden, so das Institut. Für ein vergleichbares Bild vom Compton Gammastrahlen-Observatorium, das von 1991 bis 2000 in Betrieb war, waren noch jahrelange Beobachtungen nötig gewesen.

Gas und Staub in der Ebene der Milchstrasse leuchten im Gammalicht, so das Max-Planck-Institut weiter, weil sie von kosmischer Strahlung, höchstenergetischen Teilchen, durchdrungen werden. Eingebettet in dieses diffuse Band werden die ersten punktförmigen Quellen sichtbar: Der berühmte Krebsnebel mit seinem «Crab Pulsar» sowie die Geminga- und Vela-Pulsare. Pulsare sind magnetische Neutronensterne, die sich schnell drehen. Sie entstehen, wenn massereiche Sterne «sterben». Ein vierter heller Punkt liegt etwa 7 Milliarden Lichtjahre entfernt, weit ausserhalb unserer Galaxis. Es handelt sich um einen Blazar, einen bestimmten Typus aktiver Galaxien mit starken Helligkeitsvariationen, im Sternbild Pegasus.

Ehrgeizige Ziele und grosse Hoffnungen

Das Weltraumteleskop war vor zweieinhalb Monaten unter dem Namen «Glast» (Gamma-Ray Large Area Space Telescope) gestartet und wurde nun zu Ehren des amerikanischen Kernphysikers und Nobelpreisträgers Enrico Fermi (1901-1954) umbenannt.

Das fast 700 Millionen Dollar teure Instrument soll mindestens fünf Jahre lang gewaltige Explosionen im Weltraum und andere verborgene «kosmische Katastrophen» erforschen. Die Astronomen erwarten von «Fermi» die Entdeckung zahlreicher neuer Quellen kosmischer Gammastrahlung – und möglicherweise auch Hinweise auf noch unbekannte Naturgesetze.

sda/mpi/raa

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