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Galileo-Satelliten in falscher Umlaufbahn

Schwere Panne beim Start von zwei neuen Galileo-Satelliten: Die Hightechgeräte für das globale europäische Navigationssystem kreisen nicht im richtigen Orbit um die Erde.

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Satelliten Nummer 5 und 6 sind nicht dort, wo sie sein sollten:  Eine undatierte, von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA herausgegebene künstlerische Darstellung zeigt einen Galileo-Satelliten in einer Umlaufbahn um die Erde.
Satelliten Nummer 5 und 6 sind nicht dort, wo sie sein sollten: Eine undatierte, von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA herausgegebene künstlerische Darstellung zeigt einen Galileo-Satelliten in einer Umlaufbahn um die Erde.
ESA, J.Huart, Keystone
Zunächst hatten alle beteiligten die Aussetzung der Satelliten Nummer 5 und 6 als Erfolg bezeichnet: Sojus-Rakete startet mit den beiden Satelliten von Kourou in französisch-Guyana aus. (22. August 2014)
Zunächst hatten alle beteiligten die Aussetzung der Satelliten Nummer 5 und 6 als Erfolg bezeichnet: Sojus-Rakete startet mit den beiden Satelliten von Kourou in französisch-Guyana aus. (22. August 2014)
Keystone
Bis dahin hatte alles geklappt: Eine Sojus-Rakete mit den ersten beiden Galileo-Satelliten an Bord startet mit einem Tag Verspätung in Französisch-Guyana. (21. Oktober 2011)
Bis dahin hatte alles geklappt: Eine Sojus-Rakete mit den ersten beiden Galileo-Satelliten an Bord startet mit einem Tag Verspätung in Französisch-Guyana. (21. Oktober 2011)
Benoit Tessier, Reuters
Werden startklar gemacht: Die zwei ersten Galileo-Satelliten kommen an die Spitze einer Sojus-Rakete in Kourou, Französisch-Guyana. (14. Oktober 2011)
Werden startklar gemacht: Die zwei ersten Galileo-Satelliten kommen an die Spitze einer Sojus-Rakete in Kourou, Französisch-Guyana. (14. Oktober 2011)
Keystone
Die russische Trägerrakete mit den Galileo-Satelliten ...
Die russische Trägerrakete mit den Galileo-Satelliten ...
Stephane Corvaja/ESA, Keystone
... auf dem Weltraumbahnhof in Kourou. (15. Oktober 2011)
... auf dem Weltraumbahnhof in Kourou. (15. Oktober 2011)
Stephane Corvaja/ESA, Keystone
Der Countdown läuft: Ein Monitor im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München zeigt die noch verbleibende Zeit zum am Freitag geplanten Start. (20. Oktober 2011)
Der Countdown läuft: Ein Monitor im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München zeigt die noch verbleibende Zeit zum am Freitag geplanten Start. (20. Oktober 2011)
Uwe Lein, Keystone
Blick in das Galileo-Kontrollzentrum im DLR.
Blick in das Galileo-Kontrollzentrum im DLR.
Uwe Lein, Keystone
Erklären die «technischen Gründe» für die Verschiebung des Starts um 24 Stunden: Thomas Reiter, ESA-Director für bemannte Raumfahrt, Peter Hintze, Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und DLR-Präsident Johann-Dietrich Wörner (v.l.). (20. Oktober 2011)
Erklären die «technischen Gründe» für die Verschiebung des Starts um 24 Stunden: Thomas Reiter, ESA-Director für bemannte Raumfahrt, Peter Hintze, Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und DLR-Präsident Johann-Dietrich Wörner (v.l.). (20. Oktober 2011)
Keystone
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Die beiden gestern gestarteten Galileo-Satelliten für das globale europäische Navigationssystem Galileo sind von ihrer Trägerrakete nicht in der richtigen Erdumlaufbahn ausgesetzt worden. Beobachtungen hätten gezeigt, dass es eine Abweichung zwischen dem Zielorbit und der erreichten Bahn gebe, teilte die Raketenbetreibergesellschaft Arianespace in der Nacht mit.

Der Start der Sojus-Rakete am 22. August 2014 mit den Galileo-Satelliten an Bord. (Quelle: Esa)

Ob die Satelliten genügend Treibstoff an Bord haben, um aus eigener Kraft in den richtigen Orbit zu kommen, war zunächst unklar. «Das wird kompliziert sein», sagte der Chef der französischen Raumfahrtbehörde (CNES), Jean-Yves Le Gall, der Nachrichtenagentur AFP. «Wir sind dabei zu schauen, ob wir die Situation in den nächsten Stunden retten können.»

Nach Angaben von CNES-Chef Le Gall fliegen die Satelliten derzeit in einer elliptischen Umlaufbahn in etwa 17'000 Kilometern Höhe. Eigentlich hätten sie auf einer Kreisbahn in einer Höhe von mehr als 23'000 Kilometern unterwegs sein sollen.

«Was wir wissen, ist, dass drei Stunden nach dem Start irgendetwas falsch gelaufen ist», sagte Le Gall. Eine Untersuchungskommission werde sich um die Ursachenforschung kümmern.

Unabhängigkeit von fremder Technik als Ziel

Die beiden Satelliten sind eigentlich als Nummer 5 und 6 in der Galileo-Konstellation geplant, die Europa bis 2020 unabhängig von fremder Technik machen soll. Aktuell verfügen nur die USA sowie Russland über satellitengestützte Navigationssysteme.

Beide werden nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) vom Militär kontrolliert und können «bei Bedarf» - zum Beispiel aus sicherheitspolitischen Gründen - verfälscht oder sogar abgeschaltet werden. Autofahrer, Rettungsdienste und andere zivile Nutzer von GPS-Geräten wären dann aufgeschmissen.

Verzögerungen wegen Streitigkeiten

Ursprünglich sollte das europäische Prestigeprojekt mit geplanten 30 Satelliten bereits 2008 an den Start gehen. Wegen Streitigkeiten unter den Partnerländern gab es aber immer wieder Verzögerungen. Ein eingeschränkter Betrieb soll ab 2015 möglich sein. Die volle Einsatzfähigkeit ist bis 2020 vorgesehen.

Insgesamt wird das System einen zweistelligen Milliardenbetrag kosten. Allein für die Lieferung der ersten 14 Satelliten bezahlt die EU 566 Millionen Euro.

(SDA)

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