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GPS kann abhängig machen

Die Satellitennavigation ist im Verkehr zur See, auf dem Land und in der Luft unentbehrlich geworden. Doch GPS ist verwundbar.

Antiquiert und überflüssig sei das alte Funknavigationssystem, hiess es bei der Regierung der USA vor sechs Jahren. Für das Budget 2010 wurde Loran gestrichen, es galt als unnötige Staatsausgabe. Neben GPS brauche es diese Technik nicht mehr. So wurde das Navigationssystem mit der grossen Reichweite abgeschaltet. Die US-Küstenwache bedankte sich bei den Technikern, würdigte die während 52 Jahren geleisteten Dienste von Loran – und zu Ende war eine Epoche der Seefahrt.

Im Juni wurde nun aber einer der ­alten Sender von Loran in den USA wieder in Betrieb genommen. Während eines Jahres wird versuchsweise eine technisch aktualisierte Version des alten Systems erprobt. Bewährt sich dieses sogenannte e-Loran, soll es in den Regelbetrieb gehen. Die US-Armee prüft ebenfalls die Beschaffung eines modernisierten Loran. Auch bei der UNO-Organisation für Seefahrt fragt man sich, ob Loran nicht als Sicherheitsnetz behalten werden sollte. Was mit den noch aktiven Loran-Sendern in Europa rund um die Nordsee passiert, ist unklar. Frankreichs Marine hat beschlossen, sie demnächst stillzulegen, die britisch-irische Behörde für Leuchttürme und Navigationsanlagen will dagegen mit der neuen Version weitermachen. Da die Sendeanlagen mit den 200 Meter hohen Türmen fast unverändert genutzt werden können, entstünden wenig Kosten, sagen die Loran-Befürworter. Mehrere Studien sind zum Schluss gekommen, das alte, aber modernisierte Loran sei durchaus sein Geld wert.

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