Zum Hauptinhalt springen

«Ich mache Biologie zu einer Computer-Wissenschaft»

Henry Markram will das menschliche Gehirn im Computer nachbauen. Ist das Projekt grössenwahnsinnig oder visionär?

«Wir sind wie Ameisen, die das Stampfen eines Riesen zu verstehen suchen»: Henry Markram in Lausanne.
«Wir sind wie Ameisen, die das Stampfen eines Riesen zu verstehen suchen»: Henry Markram in Lausanne.
Keystone

Herr Markram, Sie möchten in Ihrem Blue-Brain-Projekt das menschliche Hirn simulieren. Wie kommen Sie auf diese Idee?

Das Hirn interessierte mich schon in der Schulzeit, auch Krankheiten wie die Depression oder die Schizophrenie. Ich bin nicht depressiv, aber jeder hat einmal depressive Phasen, und da fragte ich mich, ob das noch zu mir gehört. Ich wollte wissen, was denn die Persönlichkeit ausmacht. Deshalb studierte ich Medizin an der Universität Kapstadt mit Ausrichtung Psychiatrie. Doch was ich da sah, hat mich völlig desillusioniert. Deshalb habe ich mich nach der Hälfte des Studiums der Hirnforschung zugewandt. Ich erforschte die Elektrophysiologie der Nervenzellen, die Biochemie, die Molekularbiologie, die Pharmakologie – das waren die Dinge, von denen ich mir Antworten erhoffte.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.