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Japan legt sich amerikanische Tarnkappenbomber zu

Die japanische Luftwaffe will sich dem «sich ändernden Sicherheitsumfeld» in der Region anpassen. Hierfür setzt sie auf einen US-Kampfjet mit Tarnkappenkapazität.

Amerikanischer Tarnkappenbomber: Die F-35 über Florida.
Amerikanischer Tarnkappenbomber: Die F-35 über Florida.
AFP

Die japanische Regierung beschloss, 42 Kampfflugzeuge vom Typ F-35 Lightning II zu kaufen. Die noch in der Entwicklungsphase steckenden F-35-Flugzeuge sollen Japans alternde Flotte von F-4-Maschinen ersetzen. Für Japan standen drei Modelle zur Auswahl, neben der F-35 und dem Eurofighter auch das US-Modell F/A-18.

Die Entscheidung für die F-35 widerspiegelt für Beobachter die Bedeutung, die Japan angesichts der Sicherheitslage in der Region der Allianz mit den USA beimisst. Mit dem Kauf der Flugzeuge anerkenne Japan, dass «in einer Zeit der grösseren Unsicherheit eine engere Zusammenarbeit mit den USA in Sicherheitsfragen nötig ist», sagte Brad Glosserman, Experte beim Pacific Forum CSIS in Honolulu. Die Regierung in Tokio erklärte, dass sie bestens für das sich ändernde Sicherheitsumfeld geeignet seien.

Tokio registriert mit wachsender Sorge, wie China und Russland dabei sind, ihre eigenen Kampfflugzeuge der nächsten Generation zu entwickeln und militärische Manöver nahe japanischem Territorium abzuhalten. Der Tod des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-il weckt zudem Sorgen vor einer Destabilisierung der Region. Experten sagten indes, die Entscheidung Japans für den Kauf der Kampfjets sei informell lange vor dem Ableben des Machthabers gefallen.

Rückschlag für Boeing

Washington drängte laut der Nachrichtenagentur Kyodo Tokio dazu, sich für die F-35 eines von Lockheed Martin geführten Konsortiums zu entscheiden, um eigene Kosten für das Flugzeug zu sparen. Auf Japan kommen Schätzungen zufolge mehr als eine Billion Yen (rund 12 Milliarden Franken) an Ausgaben zu, einschliesslich des Kaufs, der Unterhaltung und Instandsetzung.

Japan hatte neben der F-35 noch Boeings F/A-18 Hornet und den Eurofighter Typhoon des europäischen Konsortiums BAE Systems in die engere Auswahl genommen. Entscheidende Kriterien seien die Leistung des Flugzeugs, die Kosten, die Beteiligung japanischer Firmen und die logistische Versorgung gewesen.

Das japanische Militär legt mit der Entscheidung offenbar mehr Wert auf die Fähigkeit des Flugzeugs, für das Radar unsichtbar zu sein (Stealth-Technologie), als auf die Einsatzerfahrung der F/A-18 von Boeing und des Eurofighters.

Die Stealth-Technologie wird von den japanischen Militärs als entscheidender Vorteil gewertet, zumal das benachbarte China im Januar den ersten Testflug eines Stealth-Kampfflugzeuges vom Typ J- 20 bekannt gegeben hatte. Die F-35 gilt zudem als extrem wendig und kann senkrecht starten.

SDA/kle

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