Nasa-Sonde zeichnet erstmals Marsbeben auf

Ein Seismometer, das von der ETH Zürich massgeblich mitentwickelt wurde, zeichnete Erschütterungen aus dem Inneren des Roten Planeten auf.

Experten sprechen von einem Meilenstein: Ein Schutzschild schützt den Seismometer vor Wind und Hitze. Foto: Keystone/Nasa/JPL

Experten sprechen von einem Meilenstein: Ein Schutzschild schützt den Seismometer vor Wind und Hitze. Foto: Keystone/Nasa/JPL

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Das aufgenommene Zittern scheine eher aus dem Innern des Mars zu kommen als von Kräften auf seiner Oberfläche wie Wind zu stammen, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Dienstag (Ortszeit) mit. Forschende der ETH Zürich, die das Seismometer massgeblich mitentwickelt haben und an der Auswertung der Daten beteiligt sind, deuten die Erschütterungen daher als mögliches Marsbeben, wie die ETH am Mittwoch mitteilte.

Experten sprechen von einem Meilenstein, der die seismische Aktivität des Mars bestätige. «Wir haben bisher Hintergrundgeräusche gesammelt, doch dieses Ereignis markiert offiziell den Beginn eines neuen Forschungsfeldes: Der Erdbebenkunde des Mars!», sagte «Insight»-Experte Bruce Banerdt. «Wir haben seit Monaten auf ein Signal wie dieses gewartet», freute sich Philippe Lognonne, ein Erdbebenspezialist am französischen Physikinstitut Institut de Physique du Globe de Paris (IPGP). «Es ist so aufregend, endlich einen Beweis zu haben, dass der Mars immer noch seismisch aktiv ist.»

Ähnlichkeit mit Mondbeben

Überraschend an den aufgezeichneten Signalen ist, dass Marsbeben eher Mond- als Erdbeben zu ähneln scheinen, schrieb die ETH. «Bisher sind wir davon ausgegangen, dass die Kruste des Mars eher ähnlich wie die Erdkruste ist», liess sich Simon Stähler von der ETH zitieren, der am neuen Marsbebendienst der Hochschule beteiligt ist.

Die Erdkruste besteht aus verfestigtem Gestein, die Mondkruste ist hingegen aufgrund fortlaufender Meteoriteneinschläge stark zerklüftet. «Dass die Wellenform der Marsbeben den Mondbeben ähneln, gibt uns erstmals ein Bild darüber, wie die Marskruste im Inneren aufgebaut ist, während wir bisher nur von aussen drauf schauen konnten», so Stähler.

Mit zahlreichen wissenschaftlichen Instrumenten soll «Insight» für mindestens zwei Jahre das Innere des Mars erforschen und dabei vor allem mehr über dessen Aufbau und die Dynamik unter seiner Oberfläche in Erfahrung bringen. «Insight» («Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport») ist ein 360 Kilogramm schwerer Roboter, der nicht rollt, sondern an einem Ort bleibt. Im Dezember hatten zwei Sensoren der Sonde laut Nasa Geräusche von Winden auf dem Roten Planeten eingefangen. Die «Insight»-Mission kostet rund 650 Millionen Euro.

(sda)

Erstellt: 24.04.2019, 11:48 Uhr

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