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Nur jede zehnte Textilfabrik in Bangladesh ist sicher

Nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesh mit über 1000 Toten weisen noch immer viele Gebäude erhebliche Sicherheitsmängel auf. Einer Studie zufolge besteht für die Arbeiter teilweise sogar akute Gefahr.

Hier starben 1129 Menschen: Überreste der eingestürzten Textilfabrik in Bangladesh. (13. Juni 2013)
Hier starben 1129 Menschen: Überreste der eingestürzten Textilfabrik in Bangladesh. (13. Juni 2013)
Keystone
Tausende starben, sie hatte Glück: Die 19-jährige Näherin Reshma Begum überlebte. (13. Mai 2013)
Tausende starben, sie hatte Glück: Die 19-jährige Näherin Reshma Begum überlebte. (13. Mai 2013)
AP
Steht unter Schock: Eine Frau telefoniert mit ihren Angehörigen. (24. April 2013)
Steht unter Schock: Eine Frau telefoniert mit ihren Angehörigen. (24. April 2013)
Keystone
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Auch nach dem folgenschweren Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesh leiden zahlreiche Fabrikgebäude in dem Land unter erheblichen Sicherheitsmängeln. Nur knapp jede zehnte Textilfabrik in Bangladesh sei sicher, heisst es in einer heute veröffentlichten Studie der Universität für Ingenieurwesen und Technologie in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka.

Von 66 Textilfabriken, die auf Veranlassung ihrer Besitzer von den Ingenieuren untersucht wurden, erfüllten demnach sechs die Sicherheitsnormen. Die 60 anderen wiesen unterschiedlich schwere Mängel auf.

Zwei Fabriken seien sogar akut einsturzgefährdet, sagte der Direktor des Instituts für Bauingenieurswesen, Mijibur Rahman. Die Gebäude, in denen mehrere Manufakturen untergebracht sind, müssten sofort geschlossen werden. Bei vier Gebäuden empfahlen die Prüfer den Besitzern detaillierte Untersuchungen. Die Ergebnisse der Studie soll in den kommenden Tagen den Behörden in Bangladesh übergeben werden.

Insgesamt untersuchten die Prüfer auf Wunsch der Besitzer 102 Fabriken verschiedener Branchen. Dabei wurden nicht nur in den Textilmanufakturen Mängel festgestellt. Zahlreiche Gebäude verfügten nicht über detaillierte Baupläne. 40 Prozent aller Gebäude hatten Risse, wenngleich diese keine unmittelbare Gefahr darstellten, wie Rahman sagte.

Unglück mit über 1000 Todesopfern im April

Im April war in einem Industriegebiet bei Dhaka die Fabrik Rana Plaza, in der ausländische Textilketten Kleidung produzieren liessen, eingestürzt. 1129 Menschen kamen bei dem schlimmsten Industrieunfall in der Geschichte Bangladeschs ums Leben.

Das Unglück löste eine internationale Debatte über die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie von Bangladesh aus. Die Untersuchung der 66 Textilfabriken zeigt nur einen Ausschnitt: Insgesamt gibt es in Bangladesh 4500 Textilfabriken. Der Textilsektor ist der grösste Wirtschaftszweig des südasiatischen Landes.

SDA/rbi

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