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«Ohne Schweiz stirbt das Human Brain Project»

Henry Markram befürchtet, dass sein Human Brain Project der Politik zum Opfer fällt. Bis 2016 werde die EU erst einen Teil der geplanten halben Milliarde investiert haben. Eine Auslagerung sei keine Lösung.

Mit einem Team von 500 Forschern will er mehr über Gehirnkrankheiten herausfinden: Der Leiter des Forschungsprojekts, Henry Markram.
Mit einem Team von 500 Forschern will er mehr über Gehirnkrankheiten herausfinden: Der Leiter des Forschungsprojekts, Henry Markram.
Keystone

Das Ja zur Zuwanderungsinitiative stellt die Spitzenforschung in der Schweiz vor eine unsichere Zukunft – so auch das Human Brain Project an der ETH Lausanne. «Es kann gut sein, dass die Forschung der Politik zum Opfer fällt», sagte Projektleiter Henry Markram.

In einer riesigen Gehirnsimulation wollen die beteiligten 500 Forscher aus 22 Ländern neue Erkenntnisse über Gehirnkrankheiten wie Alzheimer gewinnen. Die Kosten werden von der Schweiz und der EU gemeinsam getragen. Nach dem Ja zur SVP-Initiative könnte die Finanzierung des Projekts gefährdet sein. Diese ist nur bis 2016 gesichert.

Das menschliche Gehirn abbilden

«Bis 2016 wird die EU-Kommission lediglich 54 Millionen der angekündigten halben Milliarde in unser Projekt investiert haben», sagte der südafrikanische Hirnforscher in einem Interview mit der «Schweiz am Sonntag». Das wäre das vorläufige Ende des Vorzeigeprojekts.

Eine Auslagerung ins Ausland ist aus der Sicht Markrams keine Option: «Wir haben das Projekt an der ETH Lausanne gegründet, ausgearbeitet und mitfinanziert. Die Infrastruktur hier ist einmalig. Ohne Schweiz stirbt das Human Brain Project», sagte er weiter.

Das interdisziplinäre Projekt sieht vor, mithilfe eines Simulators das gesamte menschliche Gehirn abzubilden. Dank ihrer Führungsrolle in «einem der grössten Wissenschaftsprojekte aller Zeiten» gewinne die Schweiz einen Vorsprung in der Neurologie, der Pharmaindustrie und in der Entwicklung neuer Computersysteme, sagte Markram.

(SDA)

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