Ohne sie gäbe es das Foto vom schwarzen Loch nicht

Die Programmiererin Katie Bouman verhalf den Astronomen zum Durchbruch. Das Netz feiert die «Frau hinter dem schwarzen Loch».

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Diskutiert ein Astronom mit einem Laien, muss er immer wieder dieselben Fragen beantworten. «Was ist ein schwarzes Loch?» dürfte zu den häufigsten gehören. Albert Einstein beschrieb die kosmischen Monster erstmals vor mehr als hundert Jahren. Seither illustrieren Künstler Löcher in der Raumzeit, fahren Raumschiffe in Kinofilmen zum Ereignishorizont. Doch für ein Foto waren die Objekte bislang schlicht zu dunkel.

Dass die Astronomen vom Event Horizon Telescope gestern die erste Aufnahme eines schwarzen Lochs zeigen konnten, verdanken sie auch Katie Bouman. Die Programmiererin hat ein Computerprogramm entwickelt, das den Durchbruch ermöglichte. «Ich schaue ungläubig, als mein erstes Bild von einem schwarzen Loch zusammengesetzt wird», schrieb Bouman auf Facebook.

Die 29-Jährige begann vor drei Jahren, den Algorithmus zu programmieren, berichtet BBC. Damals studierte sie noch am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Dass tatsächlich ein Foto von einem schwarzen Loch gelingen könnte, hielt sie für ein unmögliches Unterfangen.

Am MIT leitete sie ein Team des Laboratoriums für Informatik und künstliche Intelligenz (CSAIL), des Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics und des Haystack Observatorium des MIT. Dieses entwickelte den Algorithmus, mit dem das Bild des schwarzen Lochs im Zentrum der Galaxie M87 gerendert wurde. Als die Astronomen die Aufnahme an sechs simultanen Medienkonferenzen weltweit veröffentlichten, wurde Bouman in den sozialen Netzwerken zum Star.

Astronomen enthüllen die erste Aufnahme eines schwarzen Lochs. (10. April 2019) Video: European Commission

Zu den Beglückwünschenden gehörte auch die US-Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez. Auf Twitter gratulierte sie Katie Bouman und schrieb, sie solle ihren «rechtmässigen Platz in der Geschichte» einnehmen.

Auch das MIT feierte die Programmiererin. Das CSAIL twitterte ein Foto von Bouman neben einer Aufnahme einer MIT-Studentin, die einst dabei half, «einen Mann auf den Mond zu bringen».

Bouman ist heute Assistenzprofessorin für Informatik und mathematische Wissenschaften am California Institute of Technology. Zu US-Medien sagt sie, sie wolle, dass nicht nur sie gewürdigt werde, sondern ihr ganzes Team. «Niemand von uns hätte das alleine schaffen können», sagte sie zu CNN.

Am Projekt Event Horizon Telescope, das mit acht verbundenen Radioteleskopen in verschiedenen Teilen der Welt die Aufnahme möglich macht, waren mehr als 200 Wissenschaftler beteiligt.

«Wie fotografiere ich ein schwarzes Loch»: Vor knapp einem Jahr erläuterte Katie Bouman die Herausforderungen in einem TED-Talk. Video: TED/Youtube

(oli)

Erstellt: 11.04.2019, 11:51 Uhr

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