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Physiklektion direkt aus dem All

Experimente in der Schwerelosigkeit: Die chinesische Astronautin Wang Yaping hat 60 Millionen Schüler und Lehrer aus dem All unterrichtet. Das letzte Mal, als eine Weltraum-Schulstunde geplant war, endete sie tödlich.

Brachte Millionen Schülern mit anschaulichen Experimenten die Physik näher: Astronautin Wang Yaping. (20. Juni 2013)
Brachte Millionen Schülern mit anschaulichen Experimenten die Physik näher: Astronautin Wang Yaping. (20. Juni 2013)
Screenshot CCTV

China feiert seine Astronauten als Helden. Eine chinesische Astronautin hat heute per Liveschaltung Millionen von Schülern in China eine Physiklektion direkt aus dem All erteilt.

Mit kleinen Experimenten fesselte Wang Yaping die Schüler in China an die Bildschirme. Ihre Stunden wurden per Video aus dem Raummodul «Tiangong 1» auf die Erde übertragen.

In der Mini-Raumstation liess die 33-Jährige kleine Wassertropfen durch den schwerelosen Raum schweben, zeigte, wie ein Pendel bewegungslos in der Luft stehen blieb, und bewegte ihre männlichen Kollegen mit Leichtigkeit durch die Schwerelosigkeit.

Aus dem All in 80'000 Schulen

Mehr als 60 Millionen Schüler und Lehrer verfolgten die Schulstunde aus dem All vor den Fernsehern, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. An etwa 80'000 Schulen im Land wurden die Lektionen von Wang Yaping übertragen.

Einige Schüler durften der Astronautin direkt Fragen stellen. «Können Sie denn aus dem Fenster auch Abfall im Weltall sehen?», wollte eine Schülerin wissen. «Noch haben wir keinen gesehen, aber Müll ist im All ein grosses Problem», antwortete Wang Yaping.

Mit Wang ist zum zweiten Mal eine chinesische Astronautin an Bord eines Raumschiffes. Mit ihren zwei Kollegen soll sie 15 Tage unterwegs sein, der längste Flug der jungen Raumfahrernation China.

Das Raummodul «Tiangong 1» kreist seit 2011 um die Erde. Die Astronauten werden etwa zwölf Tage lang in dem «Himmelspalast» wohnen. Die Experimente auf dem fünften bemannten Raumflug Chinas sind wichtige Voraussetzungen für den Bau einer eigenen chinesischen Raumstation, der bis 2020 geplant ist.

Ambitioniertes Raumfahrtprogramm

China betreibt ein ambitioniertes Raumfahrtprogramm. In diesem Jahr will das Land eine Sonde auf den Mond bringen. Zudem baut das Land derzeit ein eigenes Satellitennetz für ein unabhängiges, weltumspannendes Navigationssystem auf.

Eigentlich hätte die US-Amerikanerin Christa McAuliffe 1986 die erste Unterrichtsstunde aus dem All geben sollen. Aber nur 73 Sekunden nach dem Start explodierte die US-Raumfähre «Challenger» am 28. Januar 1986 und stürzte in den Atlantik.

Lehrerin McAuliffe und die anderen sechs Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Ursache des Unglücks war eine fehlerhafte Dichtung zwischen Segmenten einer Antriebsrakete.

SDA/rbi

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