Raumsonde will Proben von Asteroid nehmen

Nach vier Jahren Flug nähert sich eine japanische Raumsonde dem Asteroiden Ryugu. An Bord befindet sich ein Gerät, das in Kürze auf dem Gesteinsbrocken landen und Proben nehmen soll.

Die japanische Raumsonde Hayabusa2 nähert sich dem Asteroiden Ryugu. Foto: dpa

Die japanische Raumsonde Hayabusa2 nähert sich dem Asteroiden Ryugu. Foto: dpa

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Die japanische Raumsonde Hayabusa2 hat ihr Ziel, einen Asteroiden namens Ryugu, fast erreicht. Nach ihrer 2014 begonnenen Reise ist die Sonde aktuell weniger als 40 Kilometer von dem knapp 900 Meter dicken kosmischen Brocken entfernt. In den vergangenen Tagen schickte der Weltraumspäher zunehmend hoch aufgelöste Bilder von dem überraschend geformten Asteroiden. In dieser Woche soll die Sonde in eine Umlaufbahn einschwenken und schliesslich sogar Landegeräte absetzen. Diese sollen Proben des 280 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Himmelskörpers zur Erde zurückbringen.

Die Sonde sei wie geplant unterwegs, erklärte Missionsleiter Makoto Yoshikawa von der japanischen Raumfahrtagentur JAXA. Da Ryugu rund 4,5 Milliarden Jahre alt ist, hoffen die Forscher aus der Zusammensetzung seines Materials neue Erkenntnisse über die Entstehungsgeschichte des Sonnensystems und den Beginn des Lebens gewinnen zu können.

In den kommenden Stunden und Tagen werden die japanischen Missionsleiter anhand genauerer Fotos eine mögliche Landezone auf dem edelsteinförmigen Asteroiden definieren. Eine Bergkette im Äquatorbereich, wo eine kraterähnliche Vertiefung und ein grosser Felsen zu erkennen sind, kommt nach Angaben der Experten für das Aufsetzen der insgesamt drei Lander infrage. Eines dieser Geräte wurde federführend vom Deutschen Zentrum für Luft- Und Raumfahrt gebaut.

Splitter sollen zurück auf Erde kommen

Dieses Landegerät namens Mascot ist etwa so gross wie ein Schuhkarton. Es soll mittels eines speziellen Mechanismus in der Lage sein, sich springend auf dem Asteroiden fortbewegen. Eine Lithium-Ionen-Batterie wird eine Laufzeit von etwa 16 Stunden ermöglichen. Nach Abschluss der Mission soll der Lander auf dem Asteroiden zurückbleiben. Allerdings ist geplant, dass Bodenproben mit Projektilgeschossen aus der Asteroidenoberfläche herausgeschlagen werden. Das Raumschiff Hayabusa2 soll die Splitter mit einem Trichter auffangen und zur Erde transportieren. Die Rückkehr wird für Ende 2020 erwartet.

Die Mission erinnert an jene der europäischen Raumsonde Rosetta, bei der auf ähnliche Weise ein Komet angeflogen wurde. Anders als felsige Asteroiden bestehen Kometen vorwiegend aus Staub und Eis. Zudem sind die meisten Asteroiden fester Bestandteil unseres Planetensystems und umkreisen die Sonne über Milliarden Jahre hinweg.

Erstellt: 27.06.2018, 14:48 Uhr

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