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Raumtransporter ist in der Atmosphäre verglüht

Die Jungfernmission des europäischen Raumtransporters Jules Verne hat ein zerstörerisches Ende genommen.

Die Trümmerteile fielen zwölf Minuten später über einem menschenleeren Gebiet in den Südpazifik, wie die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) mitteilte.

Der 1,3 Milliarden Euro teure Transporter hatte am 3. April an der Internationalen Weltraumstation (ISS) angedockt und die Astronauten mit Lebensmitteln, Sauerstoff und Treibstoff versorgt. Fünf Monate später wurde er auf seine Vernichtungsreise geschickt. Das Fahrzeug trat am Montag - drei Wochen nach dem Abdocken - in 120 Kilometern Höhe in die Erdatmosphäre ein. In einer Höhe von 75 Kilometern brach es auseinander. Mit an Bord waren 3,5 Tonnen Müll von der ISS.

«Bye Bye Jules - Mission complete», meldeten die ESA-Kontrolleure auf dem ATV-Blog im Internet. Auf Bildern aus dem Kontrollzentrum in Toulouse war der Transporter als Feuerball zu sehen. «Wir betrachten das Ende von 'Jules Verne' mit gemischten Gefühlen», schrieb ESA-Missions-Chef Mike Steinkopf in dem Blog. «Das ATV war ein guter und verlässlicher Freund für sechs Monate, und der Abschluss der Mission ist traurig.» Aber die Planung für die Folgemission «Jules Verne II» im Jahr 2010 habe schon begonnen. Wie das erste ATV wird auch sein Nachfolger vom Unternehmen EADS Astrium in Bremen gebaut.

Wichtiger Schritt Europas für Transport von Astronauten

Mit «Jules Verne» hat sich die ESA endgültig zum unverzichtbaren Partner für die ISS etabliert. Mit seiner Nutzlast von 7,5 Tonnen wird das High-Tech-Transportsystem der zentrale Pfeiler für die Versorgung der Station, wenn die NASA ihre Shuttle-Flotte in zwei Jahren einstellt. Selbst ein Umbau des ATV zu einem bemannten Raumfrachter wird in Erwägung gezogen. Dafür müsste das System allerdings zunächst so erweitert werden, dass es zur Erde zurückkehren kann.

«Diese Mission ist der krönende Abschluss eines historischen Jahres für die bemannte Raumfahrt Europas», erklärte Simonetta Di Pippo, ESA-Direktorin für Bemannte Raumfahrt. «Zusammen mit dem Columbus-Labor hat das ATV ganz klar gezeigt, wie weit die europäischen Kompetenzen beim Bau, Start und Betrieb von Weltraum-Infrastrukturen heute sind.» Sie sprach von einem «weiteren Schritt für Europa, um Fracht und Astronauten in den Weltraum und wieder zur Erde zurück zu befördern».

Ursprünglich sollte der «Lastwagen im All» nur vier Monate an der ISS angedockt bleiben. Weil die Besatzung das zusätzliche Platzangebot auf ihrem engen Aussenposten für Erholungspausen sehr zu schätzen lernte, wurde die Mission um einen Monat verlängert. So konnte «Jules Verne» die ISS sogar vor einer Kollision mit Weltraumschrott bewahren, indem er die Station mit seinen Triebwerken aus der Schusslinie manövrierte.

http://www.esa.int/

AP/se

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