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Schweizer Weltraum-Müllabfuhr hebt 2018 ab

Swiss Space Systems will im Weltall aufräumen: In fünf Jahren schickt das Raumfahrtunternehmen aus Payerne einen Satelliten ins All – mit einem neuen und sehr preiswerten Drei-Phasen-System.

Der Satellit CleanSpace One, der Weltraummüll entsorgen soll, macht gute Fortschritte. Das junge Schweizer Raumfahrtunternehmen Swiss Space Systems (S3) hat mit der ETH Lausanne (EPFL) eine Partnerschaft abgeschlossen. Es investiert 15 Millionen Franken in das Projekt.

2012 hatte die EPFL ihre Absicht angekündigt, den Satelliten CleanSpace One zu entwickeln und für die Entsorgung von Weltraummüll in die Erdumlaufbahn zu schiessen. Claude Nicollier, Schweizer Astronaut und Professor der ETH Lausanne, war mit von der Partie.

Weltraum reinigen - knifflige Herausforderung

«Derzeit kreisen Zehntausende Trümmerteilchen von Satelliten mit einer Geschwindigkeit von über 28' 000 km/h über unseren Köpfen», schreiben EPFL und S3 in einer Mitteilung. Obwohl Kollisionen mit Weltraummüll noch selten seien, bereite das Problem zunehmend Kopfzerbrechen.

CleanSpace One soll Weltraummüll greifen – in diesem Fall einen nicht mehr genutzten, 10 Zentimeter breiten Schweizer Nanosatelliten – und in die Erdatmosphäre bringen, wo er verglüht. Das präzise Annähern und Greifen des Mülls stelle die Ingenieure vor eine kniffelige Herausforderung, heisst es in der Mitteilung.

Neue Methode für Satellitenstart

Swiss Space Systems mit Sitz in Payerne VD hat inzwischen eine neue Methode für den Start kleiner Satelliten von bis zu 250 Kilogramm entwickelt: Ein Airbus nimmt ein Spaceshuttle Huckepack. Erreicht dieser seine normale Flughöhe, startet das Shuttle und steigt bis auf 80 Kilometer, um dort eine Raumkapsel auszusetzen, die Satelliten bis auf eine Höhe von 700 Kilometer katapultiert. SwissSpace One wird 2018 der erste Satellit, der nach dieser Methode in Umlauf gebracht wird.

Das Drei-Phasen-System werde den Zugang zum Weltraum dank viermal preiswerteren Startkosten demokratisieren, wird Pascal Jaussi, Gründer und Geschäftsleiter von Swiss Space Systems, in der Mitteilung zitiert. Die Erdumlaufbahn soll dabei nicht mit neuem Müll verschmutzt werden. Das Unternehmen habe deshalb bereits für alle Elemente, Satellit inbegriffen, ein System für eigenständiges Verlassen der Umlaufbahn geplant.

Swiss Space Systems investiert insgesamt 15 Millionen Franken in das Projekt: 10 Millionen für die Lancierung und 5 Millionen für die Montage, die Tests der Satellitenteile sowie die Steuerung von der Erde aus.

Am Design gefeilt

Die ETH feilte seit der Ankündigung des Projekts weiter am Design des Satelliten. Dieser wird nun imposanter als ursprünglich geplant und dürfte rund 30 Kilo wiegen.

Die Forscher analysierten zudem eine Vielzahl eventuell in den Satelliten integrierbarer Technologien, von denen einige bereits auf dem Markt sind, während andere derzeit noch von Forschung oder Industrie entwickelt werden.

Partnerschaft mit ESA

Für die Entsorgung von Weltraumschrott entwickeln Forscher im Rahmen einer Partnerschaft mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA verschiedene Schlüsseltechnologien: Antriebs-, Annäherungs- und Erkennungssysteme sowie vor allem auch Systeme für das Greifen und Verankern der Schrottteile.

Die ETH Zürich sowie die Fachhochschule Westschweiz (HES-SO) tragen ebenfalls zu diesen Entwicklungen bei. Sie hoffen, die entsprechenden Erkenntnisse in das Projekt CleanSpace One einbringen zu können.

SDA/wid

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