Selbst ist das Auto

Statt mehr PS jetzt mehr Bits und Bytes auf und in den Strassen.

Keine Unfälle, weniger Staus: Smart Cars sollen die Zukunft des Strassenverkehrs sein.

Keine Unfälle, weniger Staus: Smart Cars sollen die Zukunft des Strassenverkehrs sein. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Das Automobil», eine zweifelhafte Kombination von Griechisch und Latein, müsste man mit «das Selbstfahrende» übersetzen. Aber das liesse den Eindruck entstehen, dass es von selber fahre. Was es nicht tut, denn es braucht eine Frau oder einen Mann am Lenkrad. Diese Person soll nun überflüssig werden. Selbstfahrende Fahrzeuge seien im Anrollen, heisst es – das Autoautomobil sozusagen.

In Amerika sind derlei Vehikel schon probeweise im Verkehr unterwegs, nachdem ihre Entwicklung vom Militär vor Jahren angestossen worden war. Die Armee träumt von autonomen Landfahrzeugen, von Drohnen auf Rädern. Die zivile Nutzung gibt es aber bereits. In Tagebauminen bewegen sich riesige Lastwagen fahrerlos. Moderne Personenwagen der Oberklasse können im Alleingang in eine Parklücke ruckeln. Systeme für die Fahrerassistenz halten auf der Autobahn den Abstand zum Vordermann und überwachen den Spurwechsel beim Überholen.

Autos mit eingebauter Intelligenz sollen Unfälle verhüten und Staus vermeiden. Schliesslich sind auch Untergrundbahnen oder Personenlifte automatisch sicher. Smart Cars funktionieren aber am besten auf Smart Roads. Innovationen dauern da länger als bei den Autos. Verkehrsministerin Doris Leuthard hat am Genfer Autosalon durchblicken lassen, dass sie Versuche mit autonomen Autos auch hier zu Lande begrüssen würde. Der Bau von Smart Roads, die Kombination von Strasse und Informatik, gehört bereits zu den Langfristthemen ihrer Experten.

Das selbstfahrende Auto auf der intelligenten Strasse ist also machbar. Die Versicherung AXA Winterthur sieht ebenfalls wenig Probleme und teilte diese Woche mit, sie freue sich auf das selbstfahrende Auto. Die Gesetzgeber dagegen werden noch einige Zeit und einige Konferenzen brauchen, um die Verkehrsregeln anzupassen. Die Autobesitzer allerdings auch. Autos haben eine Nutzungsdauer von sieben Jahren. Es könnte brenzlig werden: selbstfahrende neue Autos auf der gleichen Kreuzung wie handgelenkte alte.

Erstellt: 12.03.2015, 07:28 Uhr

Artikel zum Thema

«Lenkrad-Heizungen sind Frauensache»

Von welchem Auto träumen Sie? Am Autosalon gibts Neues, Tagesanzeiger.ch/Newsnet fragte Passanten. Mehr...

Apple will iCar 2020 auf den Markt bringen

Digital kompakt +++ Youtube bringt eine App für Kinder +++ Pebble mit neuer Smartwatch +++ Apple repariert nach Kritik Mac Books kostenlos +++ Fairphone 2 kommt +++ Photoshop wird 25 +++ Mehr...

Wieso das Apple-Auto Zukunft hat

Apple Apple hat in aller Stille ein hochkarätiges Forschungsteam für die Entwicklung eines Elektroautos gebildet. Das Projekt eines iCar ist also deutlich weniger utopisch, als es scheint. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Spielvergnügen: Kinder spielen in einem 20'000 Quadratmeter grossen und zwei Kilometer langen Maislabyrinth bei «Urba Kids» in Orbe, Waadt. (22. August 2019)
(Bild: Laurent Gillieron) Mehr...