Ein Triumph für Albert Einstein

Mit dem Nachweis von Gravitationswellen ist der finale Beleg für die Relativitätstheorie erbracht.

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Eine internationale Kollaboration von Physikern hat winzige Kräuselungen von Raum und Zeit entdeckt, sogenannte Gravitationswellen. Dies ist eine wissenschaftliche und wohl auch nobelpreiswürdige Sensation – und vor allem der finale Triumph für Einsteins allgemeine Relativitätstheorie.

Vor gut 100 Jahren, als Einstein diese Theorie niederschrieb, gab es keinen nennenswerten Grund, an Newtons Weltbild zu zweifeln. Einstein jedoch verspürte ein grundsätzliches Unbehagen mit Newtons Theorie und nahm sich den schottischen Physiker James Maxwell zum Vorbild: Was wir heute als Radiowellen oder Handystrahlen kennen, wird seit Maxwell mit einem elektromagnetischen Feld beschrieben. Ganz analog wollte Einstein die Schwerkraft als Feld interpretieren und nicht wie Newton als unsichtbare Kraftlinien, die wie Federn zwischen den Himmelskörpern aufgespannt sind. Eine unmittelbare Folge von Einsteins Ansatz ist die Existenz von Gravitationswellen. Sie entsprechen den Radiowellen oder Handystrahlen in der Elektrodynamik. Nur sind es Raum und Zeit selbst, die in seiner Theorie vibrieren.

Bei Newton waren Raum und Zeit noch die starre Bühne, vor der sich das physikalische Geschehen abspielte. Einstein machte beide zu Akteuren, als würde das Bühnenbild selbst ins Theater eingreifen. Übertragen aufs Weltall sind es Sterne, schwarze Löcher und Galaxien, die Raum und Zeit verzerren. Zugleich ist es diese gekrümmte Raumzeit, welche die Bewegung der Himmelskörper vorgibt. Damit hat Einstein unser Weltbild vom Schreibtisch aus revolutioniert.

Umso erstaunlicher ist, dass Einstein recht behielt: Bis heute hat die allgemeine Relativitätstheorie alle Tests mit Bravour bestanden. Nur ein Beleg stand noch aus: der direkte Nachweis für die Existenz von Gravitationswellen. Das ist nun einem internationalen Forscherteam mit den beiden Detektoren des sogenannten Ligo-Projekts in den USA gelungen. Damit ist der Thron, auf dem Einstein ohnehin schon sass, in aller Pracht vollendet. Und die Physik besitzt nun ein neues Sinnesorgan, um in bisher verborgene Winkel des Alls zu blicken. Überraschungen sind garantiert.

Erstellt: 11.02.2016, 19:48 Uhr

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