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Warum es uns in Neigezügen schlecht wird

Neurologen aus Zürich und New York haben mit Ingenieuren getestet, unter welchen Bedingungen Bahnkunden bei Kurvenfahrten in Neigezügen schlecht wird. Und was dagegen hilft.

Wie die Universität Zürich in einer Medienmitteilung berichtet, wird manchen Passagieren bei Fahrten in Neigezügen erfahrungsgemäss übel. Deshalb führte das Forschungsteam fünf Tage lang Testfahrten durch, an denen insgesamt 200 Passagiere teilnahmen. Wie es Ihnen dabei erging, mussten die Probanden jeweils im Abstand von zehn Minuten mitteilen. Zudem trugen einige Mitfahrer einen Beschleunigungsmesser an einem Kopfband, um die einwirkenden Kräfte zu ermitteln.

Die Resultate der Versuche werden laut der Universität nun vom Fachmagazin «The FASEB Journal» publiziert, das sich mit experimenteller Biologie befasst. Für das Auftreten der Symptome einer Reisekrankheit ist bei den Kurvenfahrten demnach das genaue Timing entscheidend: Wenn die Kurvenbeschleunigung des Zuges durch die Neigung ein wenig zu spät kompensiert wird, fühlen sich die betroffenen Passagiere unwohl.

Die Steuerung als entscheidender Faktor

Ob dieser Ausgleich synchron erfolgt, hängt laut der Pressemitteilung der Universität vor allem davon ab, wie die Neigung angesteuert wird. In einem «konventionellen Modus» verwendet der Bordcomputer Messdaten, die auf Höhe der Lokomotive ermittelt werden – mit der Folge, dass die Neigung für die nachfolgenden Waggons ein wenig zu spät kommt und empfindlichen Mitfahrern übel werden kann.

Bei einem genaueren Verfahren verfügt der Bordcomputer jedoch über die Profildaten der gesamten Strecke und ist deshalb in der Lage, die Neigung der Wagen zeitlich präziser einzustellen. «Ursache und Ausmass der Reisekrankheiten in Neigezügen», so folgert Neurologe Dominik Straummann vom Zürcher Universtitätsspital laut der Mitteilung, «ist damit nicht primär in der Grösse des Neigewinkels zu suchen.»

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